Novelle zum Veterinärgesetz in Kraft
EU überwacht Hersteller von Lebensmitteln

Mit Klagen über mangelnde Hygienestandards bei Lebensmitteln aus Tschechien dürfte es ein Ende haben: Seit dem 1. Juli 2003 ist eine Novelle zum Veterinärgesetz in Kraft, die die Produzenten zur Einhaltung der in der EU geltenden Hygiene- und Veterinärnormen sowie zur Einholung einer Betriebsgenehmigung bei den Kreisveterinärämtern verpflichtet.

PRAG. "Wir lassen keine Kompromisse zu und werden ohne Ausnahme alle Betriebe einer Prüfung unterziehen. Und die schlechten werden das nächste Jahr nicht mehr erleben" ließ der Chef der Behörde, Josef Holejsovsky, unmissverständlich über die Medien mitteilen.

Jenen Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2004 keine Erlaubnis vorlegen können, droht das Aus. Bis Ende 2003 müssen alle Betriebsstätten mit einem Kontrollbesuch von der Veterinärverwaltung rechnen.

Ein Blick in die Statistik der Veterinärverwaltung zeigt, dass auf die Ämter viel Arbeit zukommt. Mitte 2003 gab es im Land 14.900 Produktionsstätten für die Verarbeitung unterschiedlichster tierischer Erzeugnissen in insgesamt 10.047 Fabriken.

Gegenwärtig erfüllen jedoch erst rund 800 bereits überprüfte Betriebsstätten sämtliche EU-Standards und sind damit fit für den EU-Markt. Der Großteil der zumeist kleineren und auf bestimmte lokale Erzeugnisse spezialisierten Betriebe wird seine Produkte daher auch künftig nur im Inland vermarkten können.

"Viele Firmen haben sich in ihrem Zeitplan für die Aufrüstung verschätzt und können den grundlegenden EU-Hygienestandards nicht nachkommen", sagt der Sprecher der Veterinärverwaltung, Josef Duben. Und der kommerzielle Direktor der Lebensmittel-Firma Masny prumysl Krasno, Pavel Kvac, gesteht: "Unter den Fleischverarbeitern wird ein Schwund von etwa einem Viertel erwartet."

Trotz der aufwendigen Anpassung an EU-Standards sehen die meisten tschechische Lebensmittelverarbeiter dem bevorstehenden EU-Beitritt jedoch mit Zuversicht entgegen. Viele große Mitspieler in der Branche haben in letzter Zeit kräftig in die Modernisierung ihrer Kapazitäten investiert und können auf bemerkenswerte Produktivitätszuwächse verweisen.

Obwohl die Hochwasserkatastrophe im vorigen Sommer einer ganzen Reihe von Unternehmen große Schäden beschert hat, sind die Erträge im Industriezweig 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 % auf 255 Mrd. Kc (8,1 Mrd. Euro) und der Reingewinn sogar um 28 % auf 7,8 Mrd. Kc (247 Mio. Euro) gestiegen.

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