Novum beim Zeitfahren
Kraftprobe mit Sicherheitsnetz

Für das heutige Mannschaftszeitfahren wurde die Regel geändert - um die kleinen Teams zu schützen. Doch die Neuerung sorgt für kontroverse Diskussionen. Es wird ein erheblicher Spannungsverlust für den Wettbewerb befürchtet.
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WASQUEHAL. Walter Godefroot kennt sich aus. Der Direktor des Teams T-Mobile gehört immerhin seit 40 Jahren zum festen Bestandteil der Radsportszene. Man kann ihm also eine gewisse Erfahrung nicht abstreiten, wenn er sagt: "Es kommt nicht darauf an, wer das Mannschaftszeitfahren gewinnt, sondern, wer in Paris vorne ist." Es gibt aber Menschen bei der Tour de France, die anderer Meinung sind.

Seit Tagen sorgt das heutige Mannschaftszeitfahren und seine neue Regel für Diskussionen. Zwar wurde der Teamwettbewerb im Jahr 2000 deswegen wieder in das Programm der Tour aufgenommen, um zu unterstreichen, dass Radsport ein Mannschaftssport ist. Doch eine allzu große Rolle darf die Mannschaft auch wieder nicht spielen - starke Fahrer mit schwachen Mannschaften sollen in dieser Disziplin nicht ihre Chance auf den Gesamtsieg einbüßen.

Das bedeutet für den 64,5 Kilometer langen Abschnitt von Cambrai nach Arras: Im Gegensatz zu früheren Zeitfahren zählen nicht die reinen Abstände zwischen den Teams. Nach der neuen Regel darf der Abstand zwischen der ersten und der letzten Mannschaft maximal drei Minuten betragen, der Abstand zwischen der ersten und der zweiten Mannschaft maximal zwanzig Sekunden. Zwischen den weiteren Mannschaften - der zweiten und der dritten, der dritten und der vierten und so weiter ist der Abstand auf zehn Sekunden begrenzt. Die drittplatzierte Mannschaft verliert also maximal 30 Sekunden auf das Siegerteam. Eine Art Sicherheitsnetz, wenn man so will.

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