Novum in Verbandsgeschichte
Mayer-Vorfelder und Zwanziger führen DFB zur WM 2006

Zum ersten Mal in der 104-jährigen Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes wird der Verband von zwei Präsidenten geführt. Theo Zwanziger und Gerhard Mayer-Vorfelder wurden für die kommenden zwei Jahre gewählt

HB OSNABRÜCK. Das Novum in der 104-jährigen Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist perfekt. Am Samstag wurden mit Theo Zwanziger und Gerhard Mayer-Vorfelder gleich zwei Präsidenten für den mit über sechs Millionen Mitgliedern größten Sportfachverband der Welt für das höchste Amt bestimmt. Auf dem 38. DFB-Bundestag in Osnabrück wählten 253 stimmberechtigte Delegierten das Duo, dass in den kommenden zwei Jahren dem Verband vorstehen wird.

«Ich stehe aus tiefster Überzeugung hinter dieser Doppelspitze, weil ich mich mit dem Schatzmeister in den vergangenen vier Jahren gut verstanden habe. Ein Präsident, der nicht mit dem Schatzmeister zusammen arbeiten kann, kann nichts bewegen», sagte Mayer-Vorfelder.

Der ehemalige Schatzmeister Zwanziger, der sich hauptsächlich um den Amateurbereich kümmern wird, während Mayer-Vorfelder für die Nationalmannschaft und die internationalen Belange zuständig ist, betonte die Wichtigkeit des gefundenen Konsens. «Mit der Doppelspitze wird das Gemeinsame und nicht das Trennende sichtbar. Wir sind gemeinsam diesem großartigen Sport verpflichtet», so Zwanziger.

Für Mayer-Vorfelder votierten 243 Delegierte, sieben stimmten gegen ihn und drei enthielten sich. Auf Zwanziger entfielen 248 Stimmen. Gegen seine Wahl zum geschäftsführenden Präsidenten votierten zwei Delgierte und drei enthielten sich ihrer Stimme. Eine der Gegenstimmen gegen Mayer-Vorfelder kam von Günter Lommer. Der Präsident des Bayerischen Landessportverbandes hatte bereits 2001 als Einziger gegen Mayer-Vorfelder gestimmt. Lommer hatte erklärt, auch gegen die Doppelspitze zu stimmen, weil Mayer-Vorfelder in seiner bisherigen Amtszeit «nichts bewegt» habe.

Der ehemalige Finanz- und Kultusminister von Baden-Württemberg hatte im Jahr 2000 zunächst kommissarisch die Nachfolge von Egidius Braun angetreten und war ein Jahr später beim 37. Bundestag in Magdeburg bei einer Gegenstimme zum Präsidenten gewählt worden. Nach dem Rücktritt von Teamchef Rudi Völler nach dem schlechten Abschneiden bei der Europameisterschaft in Portugal war auch Mayer-Vorfelder in die Kritik geraten und zum Rücktritt aufgefordert worden. Die Einsetzung der Doppelspitze rettete den 71-Jährige eine weitere Amtszeit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%