Nowitzkis EM-Start nicht gefährdet
Superstar als Sorgenkind

Die Verletzung, die sich der 25- jährige NBA-Profi Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks in der 13. Minute des mit 68:76 gegen Frankreich verlorenen Supercup-Finales in Braunschweig zugezogen hatte, erwies sich "nur" als leichte Bänderdehnung im linken Sprunggelenk.

HB/dpa WÜRZBURG/FRANKFURT/MAIN. Dies ergab eine am späten Sonntagabend in der Würzburger Uniklinik vorgenommene Kernspin-Tomographie. Die positive Botschaft der Entwarnung: Der Einsatz des großen Hoffnungsträgers für die Europameisterschaft vom 5. bis 14. September in Schweden ist nicht gefährdet. Dort werden die Tickets für Athen 2004 vergeben. "Gott sei Dank ist nichts Gravierendes passiert. Sein Ausfall wäre nicht nur für die Mannschaft eine große Schwächung gewesen, sondern auch für Dirk persönlich eine Riesenenttäuschung. Schließlich will er sich seinen olympischen Traum erfüllen", sagte DBB-Präsident Roland Geggus am Montag voller Erleichterung. Der Schrecksekunde in der Volkswagenhalle folgten lange Stunden des Bangens. Die positive Diagnose erfuhr Geggus ("es war eine schlimme Nacht") erst kurz vor Mitternacht.

Dass dies so lange dauerte, hatte den Hintergrund einer "geheimen Kommandosache". Mannschaftsarzt Jürgen Klein und DBB-Sportdirektor Wolfgang Brenscheidt hatten schon in der Halbzeitpause entschieden, das Sorgenkind zur Untersuchung in seinen Heimatort Würzburg zu bringen. Geggus: "Wir haben das in aller Diskretion gemacht. Es hatte nichts mit Misstrauen gegenüber einer medizinischen Versorgung in Braunschweig zu tun, sondern war durch die Tatsache begründet, dass Nowitzkis medizinische Unterlagen und bisherige Befunde in Würzburg vorlagen."

"Aus versicherungstechnischen Gründen mussten wir durch eine umfassende Untersuchung sicher gehen, dass nichts Ernsthaftes passiert war", sagte Nowitzkis Heimtrainer und Mentor Holger Geschwindner am Montag der dpa. Der Ex-Nationalspieler hatte den Patienten nach Würzburg chauffiert. Auch Geschwindner war erleichtert, dass nicht der Versicherungsfall eintreten musste. Der DBB hatte sein Juwel mit umgerechnet rund 170 000 Euro für den Zeitraum vom 13. August bis 15. September gegen Verletzung versichert. Dies war Voraussetzung für die EM-Freigabe durch die Dallas Mavericks, bei denen Deutschlands Ausnahme-Basketballer jährlich 18 Millionen Dollar verdient.

Nowitzkis Rehabilitationsmaßnahmen begannen bereits am Montag in Würzburg. "Es wird gesalbt und geeist, aber nicht gespritzt. Dies ist der normale Standard bei solchen Verletzungen. Dann müssen wir von Tag zu Tag entscheiden, wie es weiter geht", sagte Geschwindner. Angedacht ist zunächst, dass Nowitzki Mitte der Woche zum Trainingslehrgang nach Köln anreist, wo er weiter behandelt werden soll. Ob er jedoch in den beiden letzten EM-Testländerspielen gegen Bosnien-Herzegowina am Freitag in der Kölnarena und gegen Italien am Sonntag in der Berliner Max-Schmeling-Halle auflaufen kann, ist noch offen. Sportdirektor Brenscheidt: "Über seinen Einsatz wird kurzfristig entschieden. Priorität hat natürlich, dass er für die EM fit ist. Daher werden wir kein Risiko eingehen."

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