NPD kündigt Unterstützung an
CDU sammelt Unterschriften für Trittin-Rücktritt

Alle Proteste und Appelle haben nichts genutzt, und auch von den heftigen Regenfällen hat sich die rheinland-pfälzische CDU nicht erweichen lassen.

dpa MAINZ. Am Freitagmittag startete sie ihre umstrittene Unterschriftenaktion "Nationalstolz". Landesweit sammelt die Union Unterschriften für ihre Forderung nach dem Rücktritt von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne).

Noch am Freitagmorgen hatte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) an den CDU-Spitzenkandidat Christoph Böhr appelliert, die "bedenkliche" Aktion abzusagen, weil ein "Schub für die Rechtsradikalen" drohe. Die NPD will die Aktion unterstützen. Ungeachtet dessen bauten CDU - Mitglieder in manchen Fußgängerzonen und auf Plätzen unter Schirmen erste Tischchen auf. Darauf liegen die Listen mit der Schlagzeile: "Jetzt reicht es, Herr Trittin! Wir wehren uns!"

Der Grünen-Politiker hatte den CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer mit einem Skinhead verglichen, weil Meyer gesagt hatte, er sei stolz darauf, ein Deutscher zu sein. Wer es ganz genau wissen will, kann am Kopf der Liste auch noch einen anderen Satz Trittins zum Meyer- Bekenntnis nachlesen: "Das ist so die Flachheit, der geistige Tiefflug, der jeden rassistischen Schläger in dieser Republik auszeichnet."

Die CDU ist von der Richtigkeit ihres Handelns überzeugt, auch wenn die rheinland-pfälzischen Grünen der Partei in einer ebenfalls am Freitag begonnenen Flugblatt-Kampagne vorwarfen: "Kritische Distanz stünde ihr besser zu Gesicht als platte Parolen." Um die Infostände der Christdemokraten kann es jedenfalls für Unterzeichnende eng werden: Nicht nur Vertreter der NPD haben ihr Kommen angekündigt, auch die Grünen wollen "bei den Ständen der CDU präsent sein". Am Freitagnachmittag waren allerdings viele Stände noch nicht aufgebaut, NPD-Vertreter wurden noch nicht gesichtet.

"Listen aus den Händen gerissen"

Die Christdemokraten berichteten von einem ersten "vollen Erfolg". Nicht nur an Ständen und bei allen CDU-Wahlveranstaltungen sei schon seit Donnerstagabend in großem Umfang unterschrieben worden - die Leute hätten CDU-Mitarbeitern die Listen "aus den Händen gerissen", um sie weiterzuverteilen. Erfolgsmeldungen gebe es von Nord nach Süden, von Koblenz bis Ludwigshafen. Die südpfälzische CDU - Abgeordnete Christine Schneider berichtete, bei ihren Haus-zu-Haus-Besuchen hätten binnen 90 Minuten 230 Menschen unterschrieben. Kein einziger habe nicht unterzeichnen wollen.

In Koblenz konnten am Freitag nur in der CDU-Geschäftsstelle Unterschriften geleistet werden. Allerdings klingele das Telefon ständig, und mehr als 100 Bürger hätten schon unterschrieben, berichtete ein Sprecher der Geschäftsstelle. Am Samstag werde es auch in Koblenz Info-Stände geben - allerdings seien einige wegen des Hochwassers abgesagt worden. "Die Leute da haben jetzt andere Sorgen", so der Sprecher. Auch in Ludwigshafen werden erst am Samstag Info-Stände aufgebaut.

Nach Angaben der CDU-Landeszentrale in Mainz wurde die Unterschriftenliste von der Wahlkampf-Homepage der CDU in den vergangene zwei Tagen 1 000 Mal heruntergeladen. Der rheinland-pfälzische CDU-Generalsekretär Claudius Schlumberger sagte: "Die Aktion trifft ganz offensichtlich den Nerv der Bevölkerung."

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