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NRW-Antrag auf Schutzimpfung vorerst auf Eis gelegt

Deutschland wird vorerst keinen Antrag auf Impfung von Tieren zum Schutz gegen die Maul- und Klauenseuche (MKS) bei der Europäischen Kommission stellen. Das hat der nationale MKS- Krisenstab am Mittwoch in Bonn mehrheitlich entschieden. Der von Nordrhein-Westfalen bei der Kommission gestellte Antrag ist damit vorerst auf Eis gelegt.

dpa BONN. Bund und Länder seien dafür, bei größerer MKS-Gefahr einen entsprechend angepassten neuen Impfantrag zu stellen, sagte der Staatssekretär im Bundesverbraucherschutzministerium, Alexander Müller, nach der Sitzung. Die EU-Kommission hatte den von Nordrhein- Westfalen eingereichten Antrag nach Deutschland zur Erörterung zurückgereicht und Vorschläge für mögliche Impfungen gemacht.

Die Kommission hatte nach Angaben aus EU-Kreisen in ihrem Arbeitspapier vor unübersehbaren Folgen von Schutzimpfungen in NRW gewarnt. Auf Grund internationaler Vorschriften verliert die Region, in der Tiere gegen MKS geimpft werden, den Status als MKS-freies Gebiet. In Brüssel wird aber nicht ausgeschlossen, dass Nicht-EU- Staaten ganz Deutschland als nicht mehr MKS-frei betrachten und entsprechend reagieren. Auch die Niederlande wären betroffen.

Begrenzte Exportsperre

Höhn hatte zuvor an die anderen Bundesländer appelliert, den NRW- Antrag passieren zu lassen. Ihre Sprecherin sagte, die EU-Kommission habe bei der Vorbesprechung am Dienstag eine Aufweichung der drohenden Restriktionen signalisiert. Von den Handelsbeschränkungen sei nur Fleisch von geimpften Tieren aus Nordrhein-Westfalen betroffen, sagte sie im WDR.

Nach Darstellung der Sprecherin Höhns könne die Exportsperre für Fleisch von MKS-geimpften Tieren auf ein Jahr nach der Impfung begrenzt werden. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte dagegen, eine Lockerung der Restriktionen könne es nicht geben. Was Brüssel Deutschland angeboten habe, entspreche dem international Üblichen.

Nordrhein-Westfalen wollte rund 1,1 Millonen Tiere in einem 25 Kilometer tiefen Sperrgürtel entlang der niederländischen Grenze vorbeugend impfen lassen.



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