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NSE rutscht im 1. Quartal tiefer in die Verlustzone

Die angeschlagene Münchener NSE Software AG ist im ersten Quartal 2001 wegen Restrukturierungskosten noch tiefer in die Verlustzone gerutscht als in der Vorjahresperiode. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf 6,9 Mill. ? von minus 1,3 Mill. ? im Vorjahresquartal erhöht, teilte das am Neuen Markt gelistete Unternehmen am Dienstag mit.

Reuters MÜNCHEN. Die Gesamtleistung ging den Angaben zufolge auf 6,4 (Vorjahresquartal: 11,1) Mill. ? zurück. Die Aktien fielen bis zum Nachmittag um acht Prozent auf 1,38 ?. Für institutionelle Anleger sei das Papier nicht mehr interessant, sagte Independant Research-Analyst Götz Albert.

NSE will der schlechteren Geschäftssituation mit einer Strategieänderung begegnen und sich von einer Produktfirma zu einem Lösungsanbieter wandeln. Das Sanierungskonzept sehe den Turnaround im vierten Quartal 2001 vor, hieß es in der Mitteilung. Für das Gesamtjahr rechnet das auf Software für die Finanzdienstleistungsbranche spezialisierte Unternehmen mit einer Gesamtleistung von 29 (2000: 41,2) Mill. ?. Ab 2002 will NSE schwarze Zahlen schreiben.

Das in die Krise geratene Software-Haus hatte Ende April auf einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Halbierung des Grundkapitals präsentieren müssen. Die Aktionäre hatten große Zweifel am Fortbestand des Unternehmens geäußert. Aktionärsvertreter hatten von einer "Abschiedsveranstaltung" gesprochen. Wirtschaftsprüfer hatten den Geschäftsbericht mit einem eingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen, wonach der Bestand von NSE unter bestimmten Bedingungen gefährdet sei. Anfang April hatte die Aktie ein Rekordtief von 0,77 ? erreicht. Vor rund einem Jahr hatten die Papiere noch bei Kursen von rund 30 ? notiert.

Analysten haben den Wert offenbar schon abgeschrieben. "Das Unternehmen ist für fast alle Analysten jenseits allen Interesses", sagte Albert. "NSE hat starke operative Probleme, verzeichnete hohe Kundenabgänge und ist für institutionelle Anleger überhaupt nicht mehr interessant. Dazu kamen noch die Schwierigkeiten im Management", fügte er hinzu. Nach dem Rücktritt der ehemaligen Vorstandsspitze mit Dirk Oevermann und Dirk Päselt im März war NSE mehrere Wochen ohne Vorstandschef, bevor Robert Trögele das Amt zum 1. Mai antrat. Der 46-Jährige soll nach eigenen Angaben NSE sanieren.

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