NTT arbeitet bereits an der 4. Mobilfunkgeneration
Für Japans Forscher ist UMTS schon veraltet

Noch schneller und vor allem durchgängig kompatibel zu Festnetzen und der neuesten Internettechnik soll die 4. Mobilfunk-Generation werden. Der japanische Mobilfunkriese NTT Docomo will sie bereits ab 2007 auf den Markt bringen. Nicht nur in Japan, sondern weltweit.

ga YOKOSUKA. Noch sind nicht einmal die UMTS-Mobilfunknetze aufgebaut, da plant der japanische Mobilfunk-Netzbetreiber NTT Docomo Inc. bereits eine völlig neue Generation der Mobilfunktechnik. Schon im Jahr 2007 wollen die Netzentwickler des Unternehmens die 4. Generation auf den Markt bringen. Diese soll dann mit der weiter entwickelten Internettechnik kompatibel sein.

Dieses ehrgeizige Ziel verfolgt Hideaki Yumiba, Leiter des Forschungsbereichs Netzwerk-Entwicklung von NTT Docomo. Kürzlich erläuterte er seine Vision einer Delegation des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums. Mit der neuen Technik, die Yumiba und sein Team im südlich von Tokio gelegenen Yokosuka-Research Park entwickeln, will der Mobilfunkkonzern seine globale Führungsposition bei der Vermarktung mobiler Multimedia-Systeme ausbauen.

NTT Docomo ist bereits bei der Einführung der 3. Mobilfunkgeneration schneller als der Rest der Welt. Gemeinsam mit Ericsson entwickelte das Unternehmen den W-CDMA-Standard, der auch die technische Basis für den europäischen Standard UMTS ("Universal Mobile Telecommunications System") bildet. In Japan wird diese 3. Generation - die 2. ist der heutige GSM-Standard, die 1. Generation waren analoge Techniken wie das C-Netz - Ende Mai 2001 eingeführt. Das ist ein gutes Jahr früher, als die ehrgeizigsten Pläne europäischer Anbieter für den UMTS-Marktstart vorsehen. Vier Jahre nach der Markteinführung wird das Docomo-Netz der 3. Generation laut Yumiba 99 % der japanischen Bevölkerung abdecken.

Die Entwickler der 4. Mobilfunk-Generation bei NTT Docomo konzentrieren sich vor allem auf die Steigerung der Übertragungsgeschwindigkeit und eine durchgängig einheitliche technische Plattform für Internetanwendungen. Ziel ist die vollständige Integration von Mobil-- und Festnetztechniken und die Standardisierung der Dienstefunktionen.

Dem Handelsblatt sagte Yumiba, dass es im Interesse der Inhalte-Anbieter auch um neue Eigenschaften der Informationsübertragung gehe, vor allem um eine höhere Sicherheit und bessere Abrechnungsmöglichkeiten über das Internet. Außerdem will Yumiba, dass Unternehmensnetze ("Intranet", "LAN") mobil angeboten werden können.

Netzkosten zehn Mal günstiger als bei UMTS

Die 4. Mobilfunk-Generation soll mindestens eine Übertragungsgeschwindigket von 20 Megabit/Sekunde ermöglichen. Das ist 10 Mal so schnell wie die in der Realität wahrscheinlich selten erreichbare UMTS-Höchstgeschwindigkeit. Außerdem will Yumiba die Netz-Kosten im Vergleich zur 3. Mobilfunk-Generation auf ein Zehntel senken. NTT Docomo will die 4. Generation zwischen 2007 und 2010 einführen. Bis dahin, so Yumiba hätten sich die Investitionen in die UMTS-Netze amortisiert.

Vermutlich seien auch erst dann tatsächlich die weltweiten Netze von Anbietern wie Vodafone, Deutscher Telekom oder NTT Docomo/KPN komplett verfügbar. Über diese Netze, für die der japanische Standard W-CDMA, der europäische UMTS-Standard und die US-Technik CDMA-2000 erst noch integriert werden müssen, will NTT Docomo mit der 4. Generation dann einen De-facto-Weltstandard verbreiten. Damit bleibt das Unternehmen seinem Namen treu: Docomo heißt nämlich "überall".

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