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Nürnberg erklärt Mintal für „unverkäuflich“

Das „Torphantom der Liga“ nannte ihn Wolfgang Wolf, „ein Phänomen“. Marek Mintal sei auch in der Fußball-Bundesliga für zehn Treffer gut, hatte der Trainer des 1. FC Nürnberg vor der Saison prophezeit.

dpa NÜRNBERG. Das "Torphantom der Liga" nannte ihn Wolfgang Wolf, "ein Phänomen". Marek Mintal sei auch in der Fußball-Bundesliga für zehn Treffer gut, hatte der Trainer des 1. FC Nürnberg vor der Saison prophezeit.

Bereits nach dem 12. Spieltag hat der slowakische Mittelfeldspieler diese Vorgabe fast erfüllt, denn beim 4:0-Sieg seiner Mannschaft gegen Tabellenführer VfL Wolfsburg erzielte Mintal seine Treffer sieben, acht und neun. Die Bundesliga und auch schon ausländische Clubs sind aufmerksam geworden auf Nürnbergs stillen Star mit dem Torriecher. Der Verein zeichnete Mintal, dessen Marktwert bereits auf gut zehn Mill. Euro taxiert wird, deshalb schon einmal vorsorglich als "unverkäuflich" aus.

"Marek Mintal ist für uns derzeit nicht zu ersetzen", erklärte Wolf unmittelbar nach dem Spiel gegen Wolfsburg, in dem der 27- ährige bereits zum zweiten Mal in der laufenden Spielzeit im "Dreierpack" getroffen hatte. "Er ist überall und nirgends", sagte der Trainer, "ich kenne kaum einen Spieler, der so viel läuft und dann doch immer an dem Platz ist, an dem man ihn braucht."

Tatsächlich sind die Laufwege Mintals oft schwer nachvollziehbar. Oft taucht der nominelle Mittelfeldspieler noch vor den beiden Stürmern Robert Vittek und Markus Schroth im Sturmzentrum auf. "Marek ist einer, den man immer ein wenig zügeln muss", übte Wolf verhaltene Kritik am Spitzenreiter der Bundesliga-Torjägerrangliste: "Oft läuft er noch zu dicht auf die Stürmer auf." Er habe seinem Schützling deshalb ein wenig Zurückhaltung auf dem Platz verordnet, verriet der der Trainer.

Abseits des Spielfeldes gibt sich der werdende Vater Mintal als Meister der Zurückhaltung. Starrummel ist dem im Frühjahr 2003 vom slowakischen Erstligisten MSK Zilina ablösefrei an den Valznerweiher gewechselten Manchester-United-Fan fremd. Bei Interviews verhält er sich schüchtern, Lob gibt er meist artig an die Mannschaft weiter. "Drei Punkte, das ist wichtig", hörte man ihn auch nach seinen drei Treffern gegen Wolfsburg sagen, er sei jetzt "maximal zufrieden".

Dass ein so erfolgreicher Torjäger ohne Allüren die Begehrlichkeiten finanzkräftiger Vereine im In- und Ausland weckt, sorgt Trainer Wolfgang Wolf angeblich wenig. "Wir sind uns einig, dass wir keinen der Leistungsträger abgeben wollen", sagte der Coach. Die Ablöse für Mintal, der bis 2008 vertraglich an den Verein gebunden ist, könne gar nicht hoch genug sein: "Und sein Preis steigt von Tor zu Tor."

Rückendeckung erhält Wolf von "Club"-Präsident Michael A. Roth. "Wir geben keinen der Jungs ab", ließ der verlauten, "das können wir uns gar nicht erlauben. Wir investieren hier in die Zukunft." Und da spielen Mintal und sein kongenialer Landsmann Robert Vittek eine tragende Rolle, meinte Roth. In der jüngeren Vergangenheit hatten die chronisch finanzschwachen Franken jedoch immer wieder Leistungsträger abgegeben, zuletzt Jacek Krzynowek (Bayer Leverkusen), David Jarolim (Hamburger SV) und Cacau (VfB Stuttgart). Der finanzielle Gewinn brachte sportlichen Verlust.

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