Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
Flächentarifvertrag ist auf dem Rückzug

Die Bedeutung brancheneinheitlicher Flächentarifverträge geht immer weiter zurück. Sowohl die Zahl der Betriebe als auch die der Beschäftigten, für die Lohn und Arbeitsbedingungen auf Verbandsebene ausgehandelt werden, hat im vergangenen Jahr einen neuen Tiefpunkt erreicht.

DÜSSELDORF. Nach einer neuen Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt, galten im Jahr 2000 in den alten Bundesländern noch für knapp 63 % der Beschäftigten Flächentarifverträge. Fünf Jahre zuvor waren es noch über 72 %. In den neuen Ländern schreitet der Bedeutungsverlust des Flächentarifs auf ohnehin niedrigem Niveau parallel voran. Dort regelten Flächentarifverträge im vergangenen Jahr sogar nur noch für 45,5 % der Beschäftigten die Arbeitsbedingungen.

"Das Schlagwort von der Erosion des Flächentarifvertrags hat einen realen Hintergrund", folgern die Forscher Susanne Kohaut und Claus Schnabel. Zugleich sehen sie das "bisher stark auf zentrale Regelungen bauende System vor seiner vielleicht größten Herausforderung." Während der Anteil der formal gar nicht an Tarifverträge gebundenen Betriebe erstmals auch im Westen auf über 50 % stieg, besteht zugleich ein Trend hin zu Firmen-Tarifverträgen. Die Zahl der Unternehmen, bei denen Gewerkschaften solche Tarifverträge auf direktem Weg durchsetzen, hat sich binnen zehn Jahren verdoppelt.

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