Nukleare Arsenale könnten in kürzester Zeit abgebaut werden
Knackpunkt bei Putins Abrüstungsvorschlag ist der US-Raketenabwehrplan

dpa BANDAR SERI BEGAWAN. US-Präsident Bill Clinton hat am Mittwoch im asiatischen Sultanat Brunei abwartend auf den Vorschlag seines russischen Kollegen Wladimir Putin reagiert, die nuklearen Arsenale der beiden Atommächte in kürzester Zeit radikal abzubauen. Putin hatte seinen Vorstoß mit einer unveränderten Ablehnung der umstrittenen Raketenabwehrpläne (NMD) der USA verknüpft.

Treffen von Experten beider Seiten geplant

Nach einem rund 75 Minuten langen Arbeitsessen Clintons mit Putin am Rande des Asien-Pazifik-Gipfels (APEC) in Bruneis Hauptstadt Bandar Seri Begawan teilte ein hoher US-Beamter mit, dass Experten beider Seiten in den kommenden Wochen darüber im einzelnen beraten würden. Der Vorschlag sei grundsätzlich nicht neu, sondern liege in dem vereinbarten Rahmen, über die Verringerung offensiver und defensiver Waffen "im Tandem" zu verhandeln.

Russland lehnt Änderungen im 1972 geschlossenen ABM-Vertrag ab

Der Beamte erinnerte daran, dass Clinton eine Entscheidung über den Aufbau einer NMD-Abwehr vertagt habe. Sowohl Russland als auch die USA betrachteten den 1972 abgeschlossenen ABM-Vertrag über die Begrenzung der Raketenabwehr als "Eckpfeiler" der Abrüstungspolitik, versicherte er. Das zwischen Moskau und Washington geschlossene Abkommen müsste für ein NMD-Systen verändert werden. Das lehnen die Russen bisher kategorisch ab.

Gegenmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung von Raketen und Raketentechnologie sind nach Putins Auffassung möglich, ohne den Rahmen des ABM- Abkommens zu sprengen. Dazu gehören diplomatische Mittel wie der gegenwärtige Dialog der USA mit Nordkorea über das Raketenprogramm des kommunistischen Landes.

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