Nukleargespräche abgebrochen
Nordkorea bestätigt Besitz von Atomwaffen

Nordkorea hat nach Angaben der US-Regierung den Besitz von Atomwaffen eingestanden. Dies hätten Abgesandte der Regierung in Pjöngjang bei den multilateralen Gesprächen in Peking bekannt gegeben, teilten US-Regierungsbeamte am Donnerstag in Washington mit.

vwd/rtr/dpa/HB WASHINGTON. Sie sagten, was wir immer wussten: Dass sie Atomwaffen besitzen", sagte ein Regierungsbeamter. "Das schockiert uns nicht, wir haben es immer gesagt. Jetzt haben sie es gesagt", fügte er hinzu.

Zugleich haben die Koreaner nach einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN mit dem Test einer Atomwaffe gedroht. Wie der Sender am Donnerstag unter Berufung auf US-Kreise berichtet, soll diese Drohung während der Gespräche mit den USA und China ausgesprochen worden sein.

Washington werde nicht auf Drohungen aus Pjöngjang reagieren, sagte US-Außenminister Colin Powell in Washington. Die Beteiligung Nordkoreas an der Dreierrunde sei beendet. Der US-Gesandte James Kelly hatte in Peking mit einem chinesischen Kollegen sowie einem Vertreter Nordkoreas über den Streit um das nordkoreanische Atomprogramm gesprochen.

Nordkorea hatte zuvor nach Angaben von US-Außenminister Colin Powell die Pekinger Gespräche über sein umstrittenes Nuklearprogramm ohne Ergebnis vorzeitig verlassen. Die USA hatten die Gespräche mit Nordkorea in der Atom-Krise daraufhin für vorzeitig beendet erklärt. Die Gespräche zwischen Nordkorea, den USA und China in Peking wurden damit bereits am zweiten von ursprünglich geplanten drei Tagen abgebrochen. Powell sagte am Donnerstag in Washington, die USA ließen sich durch diesen Schritt nicht beeindrucken. Die USA und China, die seit Mittwoch mit Vertretern der Nordkoreaner gesprochen hatten, setzten die Unterredungen fort. Wie der US-Sender MSNBC am Donnerstagnachmittag berichtet, besteht die koreanische Führung auf direkten Gesprächen mit den USA. Das Land habe den USA gedroht, nuklearer Brennstoffe zu exportieren, wenn es nicht zu rein bilateralen Gesprächen komme.

Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice hatte MSNBC zufolge den US-Verhandlungsführer angewiesen, nicht auf die Forderungen der Nordkoreaner einzugehen. Nordkorea verlangt von den USA eine Nichtangriffsgarantie.

Powell gab zu verstehen, dass in Peking mit harten Bandagen gerungen wurde. Die Vertreter Pjöngjangs hätten ihren Standpunkt "sehr energisch" vorgetragen. Die USA ließen sich durch Drohungen aber nicht einschüchtern. Die Nordkoreaner sollten sich nicht dem "geringsten Eindruck hingeben, dass die USA und ihre Partner und die Länder in der Region sich durch feindselige Erklärungen oder Drohungen oder Aktionen" zu Zugeständnissen bewegen lassen würden. Gleichzeitig sei Nordkorea klar gemacht worden, dass es durch eine Aufgabe seines Atomprogramms nichts zu befürchten habe.

Die als ersten Schritt eines Dialogs bezeichneten Gespräche waren durch Vermittlung Chinas zu Stande gekommen. Nordkorea hatte ursprünglich Zweier-Verhandlungen allein mit den USA gefordert. "Wenn und falls" eine neue Gesprächsrunde stattfinde, sollten auch Japan und Südkorea daran teilnehmen, sagte Powell.

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