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Nullrunde bei Piloten der Lufthansa - Millionen-Betrag eingespart

Im Tarifstreit zwischen der Lufthansa AG und den Piloten haben sich beide Seiten auf eine Nullrunde geeinigt. Bis Ende März 2006 sollen die Gehälter konstant bleiben, wie Lufthansa und die Pilotenvereinigung Cockpit am Montag mitteilten.

dpa-afx FRANKFURT. Im Tarifstreit zwischen der Lufthansa AG und den Piloten haben sich beide Seiten auf eine Nullrunde geeinigt. Bis Ende März 2006 sollen die Gehälter konstant bleiben, wie Lufthansa und die Pilotenvereinigung Cockpit am Montag mitteilten. Zudem leisten die 4 400 Piloten künftig bis zu zwei unbezahlte Überstunden pro Monat und neu eingestellte Piloten erhalten weniger Geld. Laut Lufthansa bedeutet der Abschluss Einsparungen von rund sechs Prozent. Bei rund 550 Mill. Euro Personalkosten pro Jahr entspricht dies ohne Einberechnung der Nullrunde etwa 30 Mill. Euro. Die Laufzeit des Vertrags beträgt 23 Monate.

Mit dem Abschluss wird auch der Billigflieger Germanwings in den Konzern-Tarifvertrag aufgenommen. Dessen Piloten erhalten aber weiterhin weniger Geld als bei der Mutter. Lufthansa ist an Germanwings indirekt zu 49 Prozent beteiligt. Auch für die Tourismus- Beteiligung Thomas Cook mit dem Ferienflieger Condor wurde ein Abschluss erzielt. Er sieht unter anderem vor, dass mindestens die Hälfte des Flugumsatzes der Reiseveranstalter von Thomas Cook künftig mit der Condor erzielt wird, erklärte die Vereinigung Cockpit. Damit wird es den Veranstaltern schwerer, Billigflüge von Drittanbietern einzukaufen.

'Mehr Arbeit FÜR Gleich Viel Geld'

Mit dem Tarifabschluss erreicht Lufthansa-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber das von ihm ausgegebene Ziel: "Mehr Arbeit für gleich viel Geld." Die Lufthansa hatte nach einem Rekordverlust von rund einer Milliarde Euro im vergangenen Jahr ein massives Sparprogramm eingeleitet. Für die Gewerkschaften war es wichtig, dass Lufthansa nicht verstärkt auf das Angebot von Dritten zurückgreift, bei denen niedrigere Tariflöhne üblich sind. Das war unter anderem bei den innereuropäischen Flügen und im Tourismusbereich befürchtet worden.

"Mit dieser Vereinbarung haben wir ein Grundverständnis über die Gestaltung unserer Zukunft erzielt", sagte Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer. Damit sei ein Meilenstein zur Schaffung wettbewerbsfähiger Personalkosten erreicht worden. Die Vereinigung Cockpit nannte den Kompromiss für beide Seiten vertretbar. "Das Cockpit-Personal leistet mit diesem Gesamt-Paket einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der Kranich-Airline." Derzeit laufen bei der Lufthansa weiterhin Tarifgespräche mit der Gewerkschaft ver.di für das Kabinen- und Bodenpersonal.

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