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„Nullrunde“ in Südamerika: Brasilien ausgebuht

Magere „Nullrunde“ für die Top-Favoriten in Südamerika: Trotz torloser Unentschieden bleiben Brasilien und Argentinien aber im Qualifikationsturnier für die WM 2006 an der Spitze.

dpa RIO DE JANEIRO. Magere "Nullrunde" für die Top-Favoriten in Südamerika: Trotz torloser Unentschieden bleiben Brasilien und Argentinien aber im Qualifikationsturnier für die WM 2006 an der Spitze.

Der Weltmeister um die Stars Ronaldinho, Ronaldo und Roberto Carlos wurde allerdings von den eigenen Fans in Maceio nach dem 0:0 gegen Kolumbien gnadenlos ausgebuht und mit einem Pfeifkonzert verabschiedet. Olympiasieger Argentinien konnte sich unterdessen wenigstens damit trösten, dass das 0:0 in Chile im Hexenkessel des "Estadio Nacional" in Santiago erkämpft wurde.

"Unsere Mannschaft hat heute deutlich unter ihrem Normalniveau gespielt, ein Sieg wäre ungerecht gewesen", meinte der frühere brasilianische Weltstar und heutige TV-Kommentator Falcao. Sturmstar Ronaldo wollte derweil von Kritik nichts wissen: "Hauptsache, wir sind weiter Tabellenführer und das Fest geht weiter", meinte der Mann von Real Madrid, der im Spiel blass geblieben war und unter anderem auch eine Riesenchance vor einem leeren Tor vergab.

Vor rund 50 000 Zuschauern im Stadion "Rey Pele" (König Pele) in Maceio zeigten die Bundesliga-Brasilianer Juan, Roque Junior (beide Bayer Leverkusen) und Ze Roberto (Bayern München) akzeptable Leistungen. Eine "schwarze Nacht" hatte aber Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay. In der 69. Minute annullierte er wegen angeblicher Abseitsstellung ein korrektes Tor des Kolumbianers Mario Yepes. Und nur eine Minute später übersah er, dass der Ball nach einem Schuss des Brasilianers Adriano an die Unterkante der Latte ging, rund einen halben Meter hinter der Torlinie auf- und dann ins Feld zurückprallte.

In Santiago mussten die "Gauchos" aus Argentinien nicht nur dem Druck einer erstaunlich gut und offensiv eingestellten chilenischen Mannschaft standhalten, sondern auch die wilde Anfeuerung der 60 000 Zuschauer ertragen. Der Wolfsburger Andrés D'Alessandro durfte nur die letzten 13 Minuten für die Gäste aufs Feld. "Der Punktgewinn ist sehr positiv", meinte der neue argentinische Coach Nestor José Pekerman, der erst beim 4:2 über Uruguay debütiert hatte.

Nach dem zehnten von insgesamt 18 Spieltagen führt Brasilien die Tabelle mit 20 Punkten vor Erzrivale Argentinien (19 Punkte) an. Im dritten Spiel schaffte auch der Tabellendritte Paraguay (16 Punkte) keinen Sieg. Vor den eigenen Fans in Asunción trennte man sich von Peru 1:1. Carlos Paredes brachte das Heimteam in der 28. Minute in Führung, doch Nolberto Solano glich in der 74. per Foulelfmeter aus. Am Dienstag hatte der zweifache Weltmeister Uruguay (12 Punkte) beim 0:0 gegen Bolivien in der gefürchteten Höhe von 3 600 Metern in La Paz einen wichtigen Punkt errungen. Den für die WM-Qualifikation wichtigen vierten Tabellenplatz teilte sich Ecuador mit Chile (beide 13 Punkte).

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