Nummer drei des deutschen Bekleidungseinzelhandels koppelt sich vom negativen Branchentrend ab
C&A will 2001 die Verlustzone verlassen

Die Strategie des neuen C&A-Chefs Dominic Brenninkmeyer scheint zu greifen. Nach einem schwachen ersten Halbjahr erzielt Deutschlands drittgrößter Bekleidungseinzelhändler gegen den Branchentrend Umsatzzuwächse. In diesem Jahr will das Unternehmen die Verlustzone endlich verlassen.

rv DÜSSELDORF. Deutschland-Chef Dominic Brenninkmeyer sieht für den einstmals größten deutschen Bekleidungseinzelhändler C&A wieder Licht am Ende des Tunnels: Die C&A Mode & Co, die seit 1997 in den roten Zahlen steckt, konnte ihren Fehlbetrag im Geschäftsjahr 2000/01 (28.2.) auf 90,5 Mill. DM senken. Das teilte der drittgrößte deutsche Textilanbieter hinter Karstadt Quelle und Otto Versand bei seiner Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf mit. 1999 hatte noch ein Verlust von 149 Mill. DM in den Büchern gestanden.

Das wichtigste Indiz für die Wende bei C&A ist für Dominic Brenninkmeyer jedoch die Umsatzentwicklung seit August 2000. In einem schrumpfenden Markt gelang es dem traditionsreichen Textilanbieter seine Erlöse in den vergangenen zehn Monaten um flächenbereinigt 1 % zu steigern. Im ersten Halbjahr 2001 wuchs der C&A-Umsatz sogar um 4 %, während es dem deutsche Textileinzelhandel nach Auskunft des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) in Berlin derzeit "richtig schlecht geht". Der Facheinzelhandel habe bis Ende Mai ein Minus von 3 % eingefahren, heißt es. Im ersten Halbjahr erwartet der Verband einen realen Umsatzrückgang.

Für Dominic Brenninkmeyer, der im März 2000 die Führung der deutschen C&A in Düsseldorf übernommen hatte, bestätigt diese Abkoppelung vom negativen Branchentrend, dass seine Kurskorrektur wirkt. Mit einem Umsatzanteil von 50 % ist Deutschland das wichtigste der zehn C&A-Länder. Die C&A-Gruppe hat ihre Strategie geändert und sich vom europaweiten Zentraleinkauf verabschiedet. Der Einkauf orientiert sich wieder an den lokalen Konsumgewohnheiten. Dadurch kann die teure Lagerhaltung eingeschränkt werden. Zudem hat C&A seine Stammkunden - junge Familien mit zwei Kindern und begrenztem Budget - wieder im Blick. C&A stellte die Experimente mit Eigenmarken-Shops weitgehend ein. Denn statt neue Kunden zu gewinnen, gingen die alten verloren.

Dass C&A für das Gesamtjahr 2000/01 dennoch einen Umsatzrückgang von 7,2 % auf rund 5,3 (5,7) Mrd. DM ausweist, liegt nach Unternehmensangaben an der radikalen Bereinigung der C&A-Kollektionen im ersten Halbjahr 2000 und den damit verbundenen drastischen Preissenkungen. Nach Beseitigung dieser "Altlasten" hofft Unternehmenschef Dominic Brenninkmeyer in diesem Jahr die Verlustzone verlassen zu können. Bereits im Vorjahr hätte C&A ein ausgeglichenes Ergebnis ausgewiesen, hätte der Vorstand nicht insgesamt 114 Mill. DM zur Absicherung möglicher Risiken, beispielsweise Reparaturen, in die Rückstellungen gebucht.

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