Nummer eins auf der Nachfolgeliste
Peer Steinbrück: In Clements Tradition

Wenn nach einem Nachfolger für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement gesucht wird, fällt zuerst der Name seines Finanzministers Peer Steinbrück (55). Der gebürtige Hamburger gilt als Wunschkandidat Clements. Schon einmal war er an einer Personalrochade in Düsseldorf beteiligt, zu der Bundeskanzler Gerhard Schröder (alle SPD) den Anstoß gegeben hatte.

HB/dpa DÜSSELDORF. Vor fast genau vier Jahren holte Clement Steinbrück aus Kiel, wo er Wirtschafts- und Verkehrsminister war, nach Düsseldorf. Am Rhein löste Steinbrück Wirtschaftsminister Bodo Hombach (SPD) ab, den Clement als Kanzleramtsminister an Schröder abtreten musste. Anfang 2000 machte Clement Steinbrück als Nachfolger für den über die Flugaffäre gestolperten Heinz Schleußer zum Kassenwart des Landes. Seitdem zählt Steinbrück, der im Bergbaukreis Bergkamen in den Landtag gewählt wurde, zur Führungsreserve der NRW-SPD.

Mit Steinbrück würde die SPD einen Politiker in der Tradition Clements zum Regierungschef wählen. "Da bekommt die Fraktion noch weniger zu lachen als unter Clement", war am Montag bereits in Regierungskreisen zu hören. Steinbrück hat sich mit seinem rigorosen Sparkurs auch in den eigenen Reihen zuletzt wenig Freunde gemacht. Vor allem mit den SPD-Sozialpolitikern liefert er sich bei Haushaltsverhandlungen regelmäßig einen Schlagabtausch.

Keinen Hehl macht Steinbrück daraus, dass ihm in vielen Punkten die FDP näher steht als der grüne Koalitionspartner. Vor allem mit Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne), wie Steinbrück eine gebürtige Norddeutsche, hat er schon so manchen Strauß ausgefochten. Deshalb werden auch die konzilianteren SPD-Minister Jochen Dieckmann (Justiz) und Innenminister Fritz Behrens (SPD) als Kandidaten ins Spiel gebracht. Für Behrens müsste allerdings erst ein SPD-Abgeordneter aus dem Landtag ausscheiden, damit er gewählt werden kann.

Steinbrück, Liebhaber von französischem Rotwein und britischem Humor, hat seine berufliche Laufbahn ganz der Politik gewidmet. Nach Referentenjahren im Bundesforschungsministerium und im Bundeskanzleramt unter Helmut Schmidt wechselte er 1985 in die Düsseldorfer Landesregierung, wo er unter anderem Büroleiter des damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau war. Steinbrück ist verheiratet und hat drei Kinder.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%