Nun auch Mecklenburg-Vorpommern
Inzwischen zwölf BSE-Fälle

Die Zahl der BSE-Fälle ist in Deutschland inzwischen auf zwölf gestiegen. Die Behörden bestätigten am Freitag, dass die Seuche erstmals bei einem Rind aus Mecklenburg-Vorpommern festgestellt wurde. Am Donnerstagabend war auch der BSE-Verdacht bei einem Tier aus Baden-Württemberg Gewissheit geworden.

dpa HAMBURG. Die Bauern der Regionen sind entsetzt. In beiden Fällen hatte die Untersuchung in der Tübinger Bundesanstalt für Viruserkrankungen der Tiere Klarheit gebracht. Von den übrigen BSE-Fällen stammen sechs aus Bayern und jeweils zwei aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Der betroffene Landwirt im baden-württembergischen Ochsenhausen-Goppertshofen hatte das Anfang Januar geschlachtete Tier zwei Jahre zuvor bei einer Auktion in Kempten im Allgäu ersteigert. Vermutlich Anfang der kommenden Woche sollen die restlichen Tiere der Herde getötet werden. Proteste von Landwirten gegen die Keulung wie in Bayern und Niedersachsen werde es vermutlich nicht geben, sagte der Geschäftsführer des Bauernverbandes Biberach-Sigmaringen, Egon Oehler. Rund zwei Monate vor der Landtagswahl gerät die Stuttgarter Landesregierung damit immer stärker unter Druck. Die Forderungen nach einem Rücktritt von Landwirtschaftsministerin Gerdi Staiblin (CDU) werden immer lauter.

Das BSE-erkrankte Rind in Mecklenburg-Vorpommern stammt aus Tarnow bei Güstrow. Das teilte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) am Freitag in Schwerin. Die in einem Agrarbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern geborene Kuh gehörte zum kleinen Bestand eines Hobby-Landwirts. Sie hatte kurz vor dem Jahreswechsel Krankheitssymptome gezeigt. Daraufhin war das Tier getötet und untersucht worden. Der Handwerker war noch in Besitz von zwei weiteren Mutterkühen und einem Kalb, die laut Backhaus bereits am Freitag ebenfalls getötet wurden.

Krisenstab zusammengetreten

Die infizierte Kuh in Baden-Württemberg wurde 1996 auf einem Hof im bayerischen Kreis Lindau geboren. Dort ist ein Krisenstab zusammengetreten. Die Betriebe bei Lindau und in Ochsenhausen waren bereits Anfang der Woche gesperrt worden.

Der Besitzer der Kuh in Mecklenburg-Vorpommern, Bernd Knobloch, hofft auf lückenlose Aufklärung der Seuchenursache. Er könne sich nicht vorstellen, dass die kurze Zeit, in der das Kalb mit Milchaustauschern und Kälberaufzuchtmitteln ernährt wurde, die Krankheit verursacht habe. Die Kuh hatte das Kalb wenige Tage nach der Geburt nicht mehr angenommen.

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