Nun doch kein Börsengang
IBM kauft PwC-Beratungssparte

Der weltgröße Computerkonzern IBM will die Beratungssparte des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC) für 3,5 Milliarden Dollar in bar und in Aktien kaufen und damit sein ohnehin großes Dienstleistungsgeschäft weiter ausbauen.

HB/Reuters/dpa ARMONK. PricewaterhouseCoopers Consulting (PwCC) strebe nun auch nicht mehr wie zunächst geplant den Gang an die Börse an, teilte IBM am Dienstag nach US-Börsenschluss weiter mit. IBM werde durch den Kauf von PwCC 30.000 Beschäftigte übernehmen. Der Konzern beschäftigt in seiner Dienstleistungssparte bereits rund 150 000 Mitarbeiter. Der Übernahme müssen noch die Kartellbehörden sowie die regionalen Niederlassungen von PwC zustimmen.

Anfang Mai hatte PwCC angekündigt, sich von der Muttergesellschaft PwC lösen zu wollen und an die Börse zu gehen. Damit sollte möglichen Interessenkonflikten begegnet werden, die im Zusammenhang mit der Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer und zugleich Beratungsfirma entstehen.

Mit dem Erwerb der PwC Consulting baut der weltgrößte Computerhersteller seine globale Führung bei Informationstechnologie-Dienstleistungen weiter kräftig aus. IT- Dienstleistungen sind inzwischen für IBM wichtiger als der Verkauf von Rechnern oder Software.

Der IBM-Hauptkonkurrent Hewlett-Packard stand vor zwei Jahren kurz davor, die PwC Consulting für 18 Milliarden Dollar zu übernehmen, doch war die Transaktion schließlich an dem hohen Preis gescheitert. IBM bekommt mit dem jetzt viel niedrigeren Kaufpreis nach Ansicht der meisten Branchenkenner ein echtes Schnäppchen.

IBM-Chef Samuel J. Palmisano hob hervor, dass die IBM-Kunden profitieren würden. Sie können nach IBM-Angaben jetzt aus einer Hand sämtliche IT-Gesamtlösungen erhalten, angefangen vom Consulting, über den Bau von Computersystemen, Softwareinstallationen bis zum Betrieb ihrer gesamten IT-Infrastruktur.

IBM kann sein zyklisch schwankendes Rechner- und Softwaregeschäft durch die Stärkung der Dienstleistungssparte ausgleichen und erzielt durch den Kauf der PwC Consulting auch kräftiges Service-Wachstum.

"Im Moment gibt es eine gewisse Nachfragezurückhaltung bei den Kunden, aber wir haben mittelfristig hervorragende Perspektiven", sagte der Vorsitzende der IBM-Geschäftsführung in Deutschland, Erwin Staudt, der Nachrichtenagentur dpa. "Dazu ist es wichtig, jetzt die richtigen Köpfe an Bord zu haben. Unsere Wettbewerbsposition haben wir durch die Übernahme sehr sichtbar verbessert."

Die rund 2000 PwC-Consulting-Berater in Deutschland sollen in den IBM-Bereich Global Services mit 16 000 Beschäftigen integriert werden. Ein Stellenabbau sei nicht geplant. Sitz der deutschen IBM-Tochter ist Stuttgart, PwC Consulting ist in Frankfurt/Main angesiedelt. Beide Unternehmen waren in dem hart umkämpften Markt der IT-Beratung bisher Konkurrenten.

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