Nun Warnstreiks in Magdeburg: Bahn beklagt Fahrgastschwund

Nun Warnstreiks in Magdeburg
Bahn beklagt Fahrgastschwund

Die Bahn hat in den vergangenen Monaten Kunden verloren - dies liegt nach Ansicht des Unternehmens jedoch nicht am neuen Preissystem.

HB/dpa/vwd MAGDEBURG. Gründe seien die schwache Konjunktur, die winterliche Jahreszeit, technische Probleme mit neuen ICE-Zügen und Konkurrenz der Billigflieger, sagte Bahn-Sprecher Uwe Herz der dpa am Samstag zu einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" über sinkende Umsatz- und Fahrgastzahlen seit Beginn des Jahres.

Unterdessen haben die Die Eisenbahner-Gewerkschaften haben am Montagmorgen ihre Warnstreik-Serie in Magdeburg fortgesetzt. Rund 100 Bahn-Mitarbeiter am Magdeburger Hauptbahnhof legten um 7.00 Uhr die Arbeit nieder, sagte Gewerkschaftssprecher Michael Klein der dpa.

Die Aktion solle bis 8.30 Uhr dauern. Es sei mit Verspätungen im Nah- und Fernverkehr zu rechnen. Die Gewerkschaften wollen mit den Warnstreiks Druck vor der nächsten Tarifrunde am 6. März machen. Die Aktionen hatten am Samstag in Nordrhein-Westfalen begonnen.

Hunderte Reisende saßen am Bahnhof Magdeburg fest, weil Züge nicht weiterfuhren. Betroffen waren unter anderem die Verbindungen Hannover-Leipzig, Leipzig-Oldenburg sowie Magdeburg-Potsdam-Berlin. Viele Bahnkunden reagierten mit Unverständnis auf den Warnstreik. "Wir werden jetzt für Tarifkonflikte anderer bestraft", sagte ein Reisender. Bahn-Personalvorstand Norbert Bensel kritisierte die Warnstreiks im Fernsehen als "nicht angemessen".

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, verteidigte hingegen den Warnstreik und forderte die Bahn auf, endlich ein "vernünftiges Tarifangebot" auf den Tisch zu legen. Die Forderung von fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für die 160 000 Beschäftigten sowie nach einer Angleichung der Ostgehälter seien mehr als berechtigt. Die Bahn bietet einen Inflationsausgleich an.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" nahm die Bahn im Januar im Fernverkehr je nach Region und Vertriebsweg der Tickets bis zu 18 % weniger ein als geplant. Das Unternehmen habe in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von fast zehn Prozent kalkuliert, im Januar habe es jedoch in einigen Fällen ein Umsatzminus von zehn Prozent und mehr gegeben. Zu den Planzahlen nahm die Bahn keine Stellung. Bestätigt wurde, dass die Umsatzziele im Fernverkehr verfehlt wurden.

Bahn-Sprecher Herz nahm das neue Preissystem gegen Kritik in Schutz. "Wir liegen mit dem Preissystem konjunkturbereinigt voll im Plan." Hansen, der auch Mitglied des Bahn-Aufsichtsrats ist, forderte in der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag rasche Aufklärung über die Entwicklung der Fahrgastzahlen. "Einen so massiven Umsatzeinbruch in so kurzer Zeit habe ich noch nie erlebt... Der Vorstand muss das erklären." Das Minus sei nicht allein mit Konjunkturproblemen zu begründen. Daher müsse ein möglicher Zusammenhang mit dem Preissystem geklärt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%