Nur 0:0 gegen Uruguay
Frankreich muss weiter bangen

Das Bangen für Weltmeister Frankreich geht weiter. Sechs Tage nach der 0:1-Blamage gegen den Senegal im Eröffnungsspiel der 17. Fußball-WM kamen die Franzosen in Busan in ihrem zweiten Vorrundenspiel in Unterzahl nicht über ein 0:0 gegen Uruguay hinaus.

dpa BUSAN. Erneut fehlte dem Team von Trainer Roger Lemerre der verletzte Spielmacher Zinedine Zidane. Nach dem ersten torlosen Unentschieden der WM droht den Franzosen nun als erstem Titelverteidiger seit Brasilien 1966 das Aus in der Vorrunde.

Die Equipe Tricolore (1 Punkt) muss am Dienstag in der Gruppe A gegen den Tabellenersten Dänemark (4) mit zwei Toren Differenz gewinnen, um doch noch das Achtelfinale zu erreichen. Auch Uruguay (1) hat am Dienstag gegen den Senegal (4) noch eine theoretische Chance auf das Weiterkommen.

Gegen die Dänen werden den Franzosen allerdings Torjäger Thierry Henry und Emmanuel Petit fehlen. Henry sah in der 25. Minute wegen groben Foulspiels die Rote Karte, Petit kassierte in der phasenweise überharten Partie seine zweite Gelbe Karte in dem Turnier. Um so mehr sehnen die Franzosen die Rückkehr ihres Lieblings Zidane herbei. Nachdem Youri Djorkeff gegen den Senegal nicht überzeugte, konnte auch Johan Micoud Zidanes Rolle nicht ausfüllen.

Vor 38 287 Zuschauern begannen die Franzosen mit Schwung und wollten sich für die Pleite im Eröffnungsspiel rehabilitieren. Der Welt- und Europameister schnürte die Südamerikaner in deren Hälfte ein. Der Zidane- und Djorkaeff-Ersatz Micoud bemühte sich, das Spiel seiner Mannschaft zu ordnen. Doch klare Chancen blieben trotz des Drucks aus.

Nach einer Viertelstunde musste Frankreichs Trainer Lemerre den nächsten Rückschlag hinnehmen: Abwehrchef Frank Leboeuf schied wegen einer Leistenzerrung aus und wurde von Vincent Candela ersetzt. Die Uruguayer befreiten sich allmählich aus der Umklammerung und hatten die erste Möglichkeit: Alvaro Recoba (18.) nutzte die Verwirrung nach der Umstellung in der französischen Deckung. Doch seinen abgefälschten Schuss aus 18 m wehrte Torwart Fabien Barthez mit dem Fuß ab.

Sieben Minuten später der nächste Schock für den Weltmeister: Stürmer Henry trat völlig übermotiviert gegen seinen Gegenspieler Marcelo Romero und sah zu recht Rot. Danach wurde das Spiel der Franzosen noch zerfahrener. Der als Regisseur vorgesehene Micoud bekam das Spiel überhaupt nicht mehr in den Griff. Dennoch hatten die Franzosen die bis dahin beste Chance. Bei einem Freistoß traf Petit aus 20 m nur den Pfosten.

Nach dem Wechsel versuchten die Franzosen, trotz Unterzahl den Gegner wieder nach hinten zu drängen. Die Uruguayer verlegten sich zunächst auf das Kontern und waren wesentlich gefährlicher. Der starke Riboa (52.) vergab innerhalb von einer Minute gleich zwei Mal aus aussichtsreichen Positionen, Sekunden später setzte Sebastian Abreu einen Kopfball knapp über das Tor und scheiterte auch in der 57. Minute an Barthez.

Kurz zuvor fand Frankreichs Trezeguet seinen Meister in Urguays Keeper Fabien Carini. Auch in der Folgezeit kämpften die Franzosen tapfer, die Südamerikaner warteten lediglich auf Konterchancen. Doch beiden Teams blieb der Erfolg versagt.

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