Nur 1:1 gegen St. Pauli
Dortmund verpasst Sprung an die Spitze

Borussia Dortmund hat als jüngstes Opfer von Favoritenschreck FC St. Pauli den Sprung zurück an die Spitze der Fußball-Bundesliga verpasst.

dpa DORTMUND. Die Hamburger erkämpften am Sonntag völlig verdient ein 1:1 (1:0) im Westfalenstadion. Nico Patschinski verbreitete mit seinem Treffer in der 32. Minute Frust unter 65 000 Borussen-Fans, den Marcio Amoroso mit seinem glücklichen Ausgleichtreffer per Foulelfmeter in der 83. Minute nur bedingt wegschießen konnte. Die Westfalen bleiben mit 49 Punkten Zweiter hinter Bayer Leverkusen, den Hanseaten fehlen trotz des erneuten Coups nach dem Sieg über Bayern München und dem Remis gegen Leverkusen mit 18 Punkten immer noch sieben Zähler zum rettenden Ufer.

St. Pauli hatte nichts zu verlieren, und entsprechend begannen die Hamburger: ohne Respekt, klug und flott aus der Abwehr heraus spielend. Schon in der 7. Minute musste Jens Lehmann sich in seinem 300. Bundesliga-Spiel ganz lang machen, um einen verdeckten Schuss von Zlatan Bajramovic gerade noch um den Pfosten drehen zu können.

Dortmund hatte dagegen große Probleme, das Spiel vernünftig aufzubauen. Die Borussen produzierten viel Leerlauf nach vorn, nachdem Christian Wörns, der zweite 300-Spiele-Jubilar des Tages, in der 2. Minute mit einem Kopfball an Torwart Simon Henzler gescheitert war. Dennoch hatten die Westfalen eine weitere Chance: Tomas Rosicky scheiterte an Henzler (15.), die anschließende Ecke köpfte Amoroso über das Tor.

Danach hatten die Gäste Gegner und Spiel wieder unter Kontrolle. Mit klugen Pässen von Thomas Meggle und gefährlichen Flanken von Christian Rahn wurde die Dortmunder Abwehr immer wieder in Verlegenheit gebracht. Die fast logische Folge: Patschinski gewann ein kurioses Kopf-Schulter-Oberschenkel-Duell gegen Sebastian Kehl, der Ball landete nach dieser Coproduktion im Netz. Nur vier Minuten später verfehlte Holger Stanislawski mit seinem Kopfball das Dortmunder Tor und das 2:0 nur ganz knapp.

Das Fazit nach 45 Minuten: Dortmund spielte ohne die Verletzten Jörg Heinrich, Lars Ricken und Jürgen Kohler, den gesperrten Jan Koller und den zu seinem kranken Vater geflogenen Brasilianer Evanilson noch schlechter als beim 0:0 im UEFa-Cup am Donnerstag gegen Lille.

Auch das Pfeifkonzert zur Pause brachte die Borussen-Stars zunächst nicht richtig auf Trab. Die erste Chance hatten nach knapp einer Stunde die Gäste durch Oliver Held. In der 62. Minute hatte Amoros dann den Ausgleich auf dem Fuß: Endstation Henzler. Dortmund verstärkte zwar den Druck, griff ohne ordnende Hand im Mittelfeld aber zu unüberlegt an. Zwei Mal scheiterte der eingewechselte Giuseppe Reina noch an Henzler. Doch ansonsten stand St. Pauli in der Abwehr prächtig und blieb mit schnellen Kontern stets gefährlich.

Dies machte Bajramovic in der 80. Minute mit seinem Freistoß-Knaller an die Latte. Danach dann doch noch der höchst glückliche Dortmunder Ausgleich: Im Duell mit Henning Bürger kam der eingewechselte David Odonkor zu Fall, Schiedsrichter Fröhlich entschied auf Strafstoß und Amoroso nahm das Geschenk an. St. Paulis unglücklicher Abschluss: Meggle sah noch die Rote Karte wegen unsportlichen Verhaltens.

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