Nur 1000 Geschäfte am vergangenen Freitag
Xetra Best startet nahezu unbemerkt

Nahezu unbemerkt und angesichts eher moderater Umsätze kommt das am 2. September gestartete Internalisierungssystem der Deutschen Börse "Xetra Best" offenbar nur langsam in Schwung.

Reuters FRANKFURT. Nach Angaben der Börse wurden am vergangenen Freitag rund 1000 Geschäfte über das System abgewickelt worden, das Kleinanlegern einen besseren Kurs als auf dem elektronischen Handelssystem "Xetra" verspricht. "Das Geschäft läuft derzeit spärlich, aber wir sind optimistisch, dass es besser wird", sagte am Montag Kai Winkelmann von der Wertpapierhandelsbank N.M. Fleischhacker, die an dem Projekt teilnimmt.

Anfang September war das System, für das die Börse ursprünglich 13 Banken als Kunden avisiert hatte, ohne Teilnehmer eingeführt worden. Neben Fleischhacker ist nach eigenen Angaben derzeit die Commerzbank bei "Xetra Best" aktiv. Die Hypo-Vereinsbank (HVB) wolle in absehbarer Zeit dazu stoßen, sagte ein Sprecher.

Günstigere Kurse als bei Xetra

Über "Xetra Best" können Banken Kleinanlegerorder gegeneinander ausführen, ohne sie über das Orderbuch der Börse schicken zu müssen. Sie verdienen so am Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis. Kleinanleger werden damit umworben, dass ihre Aktiengeschäfte sofort und zu einem günstigeren Kurs als auf dem elektronischen Handelssystem Xetra ausgeführt werden.

Kritiker wenden ein, das System ziehe Handelsvolumen und Liquidität von der eigentlichen Börse ab und erschwere damit letztlich die Bildung marktgerechter Kurse. Die Deutsche Börse will mit dem System nach eigenen Angaben anderen Internalisierungsprojekten zuvorkommen, die ihr Börsenumsätze streitig machen könnten.

Banken können an "Xetra Best" teilnehmen, indem sie als so genannter "Best Executor" die Order zusammenführen oder indem sie einem solchen Dienstleister ihre Kundenaufträge zur Verfügung stellen (Orderflowprovider). Winkelmann, dessen Haus als "Best Executor" fungiert, rechnet damit, dass die gehandelten Volumina größer werden, sobald mehr Orderflowprovider das System nutzen und sobald die Kleinanleger umfassender darüber informiert werden. In Bankenkreisen hieß es aber auch, einige Institute hielten sich derzeit wegen der insgesamt dünnen Umsätze an den Börsen zurück.

Zu den derzeit aktiv teilnehmenden Banken gehört nach Angaben eines Sprechers auch die Commerzbank. Die Kunden würden demnächst Informationen darüber erhalten, sagte ein Sprecher und verwies auf das Konkurrenzprojekt "Nasdaq Deutschland", bei dem das Institut Gesellschafter ist.

An der geplanten Wertpapierbörse Nasdaq Deutschland sind außerdem die Dresdner Bank, die Regionalbörsen Berlin und Bremen sowie die Tochter der US-Börse Nasdaq, Nasdaq Europe, vertreten. An dem Starttermin für Nasdaq Deutschland Anfang 2003 halte man derzeit fest, sagte der Commerzbank-Sprecher. Die Bank werde dies aber von der Marktsituation abhängig machen.

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