Nur 2000 Anschlüsse
Powerline fehlen die Kunden

Noch vor einem Jahr pries RWE lauthals den Internet-Zugang via Stromnetz an. Heute ist es deutlich ruhiger um die so genannte Powerline-Technologie geworden. Technische Probleme und schleppende Kundenzuwächse bewegten viele Firmen gar zum Rückzug aus dem Internet-Geschäft via Steckdose.

Nie DÜSSELDORF. Als Alternative zur Telekom sahen vor allem die Energieversorger große Chancen im Geschäft mit den breitbandigen Internetzugängen über das Stromnetz. Man sprach bereits davon, das Monopol der Telekom auf der letzten Meile zum Endkunden aushebeln zu können. Und in der Theorie sah alles auch sehr gut aus: Immerhin beliefert allein RWE drei Millionen Haushalte mit Strom.

Die Realität spricht eine ganz andere Sprache: Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat im vergangenen Jahr bundesweit gerade mal 2000 Powerline-Anschlüsse gezählt. Allein bei RWE hätten es nach den ursprünglichen Planungen zumindest 20 000 sein sollen. Daher ist man mit den Prognosen heute deutlich vorsichtiger. Bis Ende des Jahres will RWE Powerline das eigene Angebot flächendeckend im Rhein-Ruhr-Gebiet bereitstellen. Bis dahin rechnet die RWE-Tochter mit 150 000 Kunden.

RWE bleibt standhaft

Aber wenigstens hält das Essener Unternehmen noch an der Powerline-Technologie fest. Andere Anbieter haben ob der anfänglichen technischen Schwierigkeiten mit den Internetanschlüssen via Stromkabel bereits kapituliert. Hauptprobleme waren bislang Lieferschwierigkeiten der Technikausrüster. Zudem warnen Kritiker vor der elektromagnetischen Strahlenbelastung durch Powerline. Durch den Datentransport würden die Stromkabel zu Smog-Schleudern, heißt es bei der Initiative "Nein zu Powerline". Grund: Die Überlagerung des Stromnetzes mit hochfrequenten Signalen führt zu Störsignalen.

Um diese Kritik auszuräumen legte die Regulierungsbehörde im Juli vergangenen Jahres "Grenzwerte für Störfeldstärken in und längs von Leitern" fest. Damit soll sichergestellt werden, dass Funkdienste nicht unangemessen gestört werden. Von den gesetzlichen Rahmenbedingungen her ist der Weg für Powerline also frei.

Übermächtige DSL-Konkurrenz

Bleibt die Frage, wie lange der Stromkonzern Power für den Powerline-Ausbau zur Verfügung stellt. Ein Statement der RWE-Tocher gab es dazu leider nicht. Selbst wenn Analysten nicht an ein baldiges Aus der Technologie glauben, sehen sie doch keine signifikanten Ergebniszuwächse für die Stromversorger. Zu groß ist die Konkurrenz durch die mit DSL aufgepeppten Telefonleitungen - zumal die DSL-Angebote in Deutschland meist günstiger sind.

Chancen gäbe es nach Analysten-Einschätzungen eher in einigen Ländern Asiens, Südamerikas oder Osteuropas, in denen es keine flächendeckenden Telefonnetze gibt.

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