Nur 23 von 115 Neuzugängen kosteten Ablöse
Dramatischer Einbruch auf Transfermarkt

Mit dem rigoros gefahrenen Sparkurs geht in der Fußball-Bundesliga ein dramatischer Einbruch auf dem Transfermarkt einher. Um den eigenen Haushalt zu konsolidieren, haben die 18 Eliteclubs ihre Ausgaben für Neuzugänge im Vergleich zur Vorsaison (rund 105 Mill. ?) um mehr als zwei Drittel auf nur 32,575 Mill. ? gesenkt.

HB/dpa DÜSSELDORF. Bis elf Tage vor dem Saisonstart verpflichten die Vereine insgesamt 115 Spieler, nur 23 Akteure (20 %) davon kosteten eine Ablöse. Dem gegenüber stehen 113 abgegebene Spieler, sieben davon (sechs Prozent) brachten einen Transfererlös von insgesamt 8,14 Mill. ?. Trotz des Sparkurses steht unter dem Strich ein Minus von insgesamt 24,435 Mill. ?. Das ergab eine Erhebung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

"Es ist alles okay. Die Vereine sind gezwungenermaßen etwas vernünftiger geworden, was das Finanzielle anbetrifft", begrüßte der deutsche Teamchef Rudi Völler die veränderte Transferpolitik und den verschärften Trend zum Sparen. Zum Vergleich: Noch vor zwei Jahren investierte die Bundesliga vor der Rekordsaison 2001/2002 rund 150 Mill. ? in neue Akteure.

"Da gab es nicht so ein unglaubliches Angebot an Spielern auf dem Markt. Mittlerweile bekomme ich zig Anrufe von Leuten, die uns Spieler anbieten, und nicht nur ablösefreie", beschreibt Trainer Ewald Lienen von Borussia Mönchengladbach die völlig neue Situation an der Spielerbörse: "Das Geld sitzt bei den Vereinen längst nicht mehr so locker. Da kann man als Spieler relativ froh sein, wenn man überhaupt einen Vertrag hat."

Der in den Vorjahren eingesetzte Trend zu ablösefreien Profis hat sich in dieser Transferperiode, die am 31. August endet, fortgesetzt. Zudem wurden verstärkt Talente aus dem eigenen Nachwuchs aufgezogen. Der VfB Stuttgart, Werder Bremen sowie die Aufsteiger 1. FC Köln und SC Freiburg verzeichneten weder Ein- noch Ausgaben, obwohl sie gemeinsam 46 Spieler (24 Zugänge/22 Abgänge) transferierten. Auch Hertha BSC gab keinen Cent aus.

Nur insgesamt sechs Vereine konnten sich über eine meist geringe Einnahme freuen. Neuer "Krösus" ist der VfL Wolfsburg, der nach oben will und mit Unterstützung von Titelsponsor VW dafür verhältnismäßig tief in den Geldbeutel greift. Den Löwenanteil der 12,65 Mill. ? verschlang der teuerste Einkauf der Clubgeschichte. Der neuen Star Andres D'Alessandro war dem VfL rund neun Mill. wert. Der Argentinier aus Buenos Aires ist bisher der teuerste Liga-Neuling.

Damit stellen die "Wölfe" sogar Meister Bayern München in den Schatten, der bislang "nur" sieben Mill. für Tobias Rau (2,5) und Martin Demichelis (4,5) ausgab. Sollten die Bayern allerdings den Wechsel von Roy Makaay noch realisieren, ändert sich das Bild. Trotz Platz drei ist Hannover 96 mit Ausgaben in Höhe von knapp über zwei Mill. ? schon weit abgeschlagen. Allerdings ist nicht bekannt, ob für die von Bayer Leverkusen ausgeliehenen Jan Simak und Thomas Brdaric eine Leihgebühr fällig wird oder Bayer sogar noch draufzahlt, um die teuren Profis von der Gehaltsliste streichen zu können.

Trotz des größten Transfer-Minus aller Clubs (9,88) ist Wolfsburg auch auf der Einnahmenseite (2,77) durch den Verkauf von Rau nach München an der Spitze, knapp gefolgt vom TSV 1860 München (2,75). Die "Löwen" erhielten diese Summe allein für Torhüter Simon Jentzsch (nach Wolfsburg) und weisen mit einem Plus von 2,105 Mill. ? die beste Transfer-Bilanz aller 18 Bundesligisten auf.

Die größte Fluktuation gab es beim Hamburger SV (10 Zugänge/10 Abgänge), 1860 München (10/9) und Hannover 96 (8/10). Mit nur vier Neuzugängen kommen bislang die Leverkusener (8 Abgänge), die ihren teuren Kader mächtig abspeckten, und Borussia Dortmund (2 Abgänge) aus. Allerdings muss der BVB, der in den Vorjahren stets große Millionenbeträge investierte, nach den Kreuzbandrissen von Torsten Frings und Evanilson entgegen seiner ursprünglichen Absicht wohl noch einmal nachrüsten.

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