Nur 73 900 Zuschauer am Publikumstag
Automobilausstellung steht im Schatten des Terrors

Die 59. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main steht weiter im Schatten der Terror-Anschläge in den USA. Die gedrückte Stimmung spiegeln auch die Besucherzahlen wider. Am Samstag, dem ersten Publikumstag, wurden 73 900 Besucher gezählt - gegenüber der letzten IAA 1999 ein deutlicher Rückgang von 19 Prozent.

ddp.vwd FRANKFURT/M. Günstiger sehen die Zahlen aus, wenn die beiden ersten Tage für Fachbesucher, Donnerstag und Freitag, mitberücksichtigt werden. Von Donnerstag bis Samstag ergibt sich eine Gesamtbesucherzahl von 229 700. Dies entspricht einem Minus von 4,2 Prozent gegenüber 1999.

Eigentlich hatte es eine Messe der Rekorde werden sollen. Nachdem 1999 rund 900.000 Autofreunde die IAA besuchten, rechnete der Veranstalter, der Verband der Automobilindustrie (VDA), in diesem Jahr mit dem Überschreiten der Millionengrenze. Doch dann verbreitete sich am Dienstagnachmittag - Hersteller und Medien waren an diesem Tag unter sich - die Horrormeldung von den Terror-Anschlägen in den USA wie ein Lauffeuer. Unter dem ersten Schock dachte der hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) über eine Absage der IAA nach, die erst am Donnerstag offiziell beginnen sollte. Hierzu kam es nicht, eine Entscheidung hätte auch nicht in Bouffiers Kompetenz gelegen. Stattdessen wurde auf den festlichen Rahmen der IAA verzichtet. Kein Glamour, keine Show, keine Musik an den Ständen. Reihenweise sagten die großen Hersteller ihre Pressekonferenzen, sonst Highlights der IAA, ab. Die gemeinsame Trauer mit den amerikanischen Gästen ließ an einen regulären Ablauf nicht denken. Die Eröffnungsfeier der IAA am vergangenen Donnerstag, mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) als Festredner, wurde abgesagt.

Schröder wird nun am Dienstag einen Rundgang über die Messe unternehmen. VDA-Präsident Bernd Gottschalk sieht darin ein Zeichen, dass die Politik der unter schwierigsten Umständen fortgesetzten Messe zur Seite steht: "Wir freuen uns ganz besonders, dass der Bundeskanzler gerade in dieser Phase auf die IAA kommt."

Die diesjährige IAA steht unter dem Motto "Faszination Auto". Rund 1 100 Aussteller aus über 40 Ländern sind bis zum 23. September auf der international führenden Automobilmesse präsent. Die Ausstellungsfläche in Frankfurt wurde noch einmal ausgebaut, um 10 000 auf nun 235 000 Quadratmeter. Im Blickpunkt steht die neue Halle 3, ein architektonisches Meisterwerk. Autoneuheiten gibt es wie nie zuvor auf einer IAA: 57 Weltpremieren, sowie sechs Europa- und 15 Deutschlandpremieren. Autofans können das Außergewöhnliche bestaunen, etwa das neue Lamborghini-Modell "Murciélago" - ein nach einem berühmten spanischen Kampfstier benannter Flitzer, der es auf bis zu 330 Stundenkilometer bringt. Ebenso ragt der neue Bugatti heraus.

Daneben gilt das Interesse aber auch herkömmlichen Fahrzeugen, wie dem neuen Ford Fiesta oder VW Polo. Schlange stehen die Menschen bei BMW. Die Münchner stellen eine besondere Attraktion vor: Das Cabrio Alpina, das in den nächsten fünf Jahren nur 300mal gefertigt werden soll. Daneben bietet die IAA ein attraktives Rahmenprogramm. Auf einem Offroad-Parcours können die Besucher als Beifahrer in einem Geländewagen atemberaubende Fahrsituationen in realistischer Umgebung erleben. Eine Kartbahn lässt die Herzen der Schumi-Anhänger höherschlagen.

Wer es beschaulicher mag, freut sich über die Ausstellung "50 Jahre IAA in Frankfurt" mit ihren historischen Modellen. Die Erschütterung der Welt durch den Terror in den USA hat das Gesicht der IAA deutlich verändert. Doch VDA-Sprecher Eckehart Rotter lässt keinen Zweifel: "Wir lassen uns nicht von Terroristen die Freiheit des Handelns nehmen." Die ruhigere Atmosphäre der Messe sei auf viel Anklang gestoßen und weise in die Richtung, in die sich die IAA vermutlich künftig entwickeln werde.

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