Nur bei leichtfertig falschen Angaben
Keine Kündigung nach Strafanzeige gegen Chef

Eine Strafanzeige gegen Vorgesetzte rechtfertigt nicht automatisch die Kündigung eines Arbeitnehmers oder einen Antrag auf Auflösung des Arbeitsverhältnisses.

dpa FRANKFURT. Das geht aus einem am Mittwoch bekannt gewordenen Urteil des hessischen Landesarbeitsgericht in Frankfurt hervor. Die Richter gaben damit der Klage eines Sozialberaters gegen den Träger eines Jugendgemeinschaftswerks statt. Sie wiesen zugleich den Antrag des Unternehmens zurück, das Arbeitsverhältnis gerichtlich aufzulösen (Az.: 15 Sa 411/01).

Der Arbeitnehmer hatte einen direkten Vorgesetzten wegen des Verdachts der Untreue angezeigt. Er sei von dem Chef wiederholt aufgefordert worden, Arbeitszeitabrechnungen zu manipulieren. Die Ermittlungsbehörden stellten das Strafverfahren jedoch auf Grund unzureichenden Tatverdachts ein. Dem Anzeigeerstatter wurde daraufhin wegen "Unzumutbarkeit der Weiterbeschäftigung" fristlos gekündigt.

Laut Urteil darf eine Strafanzeige gegen Vorgesetzte jedoch nur dann zur Kündigung des Arbeitnehmers führen, wenn in der Anzeige "wissentlich unwahre oder leichtfertig falsche Angaben" gemacht wurden.

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