Nur Bußgeld für Überschreiten der 0,8 -Promilliegrenze: Forscher fordern Promillegrenze für Trunkenheit am Ruder

Nur Bußgeld für Überschreiten der 0,8 -Promilliegrenze
Forscher fordern Promillegrenze für Trunkenheit am Ruder

Betrunkene Kapitäne können schlecht Farben unterscheiden. Das führt nach einer Analyse Kieler Forscher zu erheblichen Gefahren im Schiffsverkehr, der unter anderem über zahlreiche farbige Seezeichen geregelt wird.

HB/dpa KIEL. Allgemein werde der Alkoholeinfluss auf das Sehvermögen unterschätzt, betonen die Forscher in ihrer im Fachblatt "Der Ophtalmologe" (5/2003) veröffentlichten Studie. Sie fordern eindeutige gesetzliche Regelungen für Trunkenheit am Ruder, die derzeit oft nur wie eine Ordnungswidrigkeit geahndet werden könne.

Die Kieler Wissenschaftler hatten 21 erfahrene Kapitäne den Hamburger Schiffssimulator mit und ohne Alkohol im Blut steuern lassen. Im alkoholisierten Zustand machten alle Kapitäne Fehler, insbesondere war das Farberkennungsvermögen eingeschränkt. Durch die reduzierte Leistungsfähigkeit seien Schiffsführer ab etwa einem Promille fahruntüchtig.

Eine verbindliche Promillegrenze wie für Autofahrer existiere für Schiffsführer jedoch nicht, kritisieren die Forscher. Die Seeschifffahrtstraßenordnung sieht bei Überschreiten der 0,8- Promillegrenze lediglich ein Bußgeld vor. Die Seeämter orientieren sich beim Entzug von Kapitänspatenten seit einiger Zeit am Richtwert 1,1 Promille, wie Jochen Hinz, Vorsitzender aller Seeämter, in Kiel erläuterte. Das werde auch von Verwaltungsgerichten inzwischen anerkannt.

Nach Ansicht der Kieler Wissenschaftler sollte schnellstmöglich eine Promillegrenze eingeführt werden, ab der Schiffsführer als fahruntüchtig gelten. Damit solle eine Bestrafung wegen Trunkenheit nach dem Strafgesetzbuch möglich werden.

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