Nur der Mann ohne Zukunft glaubt weiter an sich
Skifahrer Rauffer „nicht olympiawürdig“

Nach seiner ersten und vermutlich letzten Olympia-Teilnahme machte der Mann ohne Zukunft ein bedröppeltes Gesicht. "Olympische Spiele habe ich mir ganz anders vorgestellt", sagte Max Rauffer. In den Planungen des Bundestrainers spielt er nach seinem blamablen abschneiden keine Rolle mehr.

HB/sid SNOWBASIN. Von der angeblich so einzigartigen Atmosphäre habe er draußen auf seinem Außenposten bei Snowbasin "gar nichts mitbekommen", jammerte der Olympia-"Tourist". Kurzum: "Das war für mich wie ein ganz normales Weltcup-Rennen."

Genau so wie im Weltcup hat Rauffer auch abgeschnitten. Der einzige deutsche Starter in den schnellen alpinen Disziplinen war schlecht, sehr schlecht, fast schon "exotisch" schlecht. Bei der Abfahrt belegte er Rang 34, beim Super-G Rang 22. Und zu seinem Leidwesen gab es auch keine "bereinigte" Ergebnisliste wie im Weltcup, als ihm der Abzug aller Österreicher, die in Snowbasin nicht starten durften, zur Olympia-Norm verhalf.

Das Urteil des Cheftrainers fiel folgerichtig vernichtend aus. "Beide Leistungen sind nicht olympiawürdig", sagte Martin Oßwald über die blamablen Fahrten von "Bad Max". Mit Entschuldigungen für den 29 Jahre alten Sportsoldaten wollte sich der Allgäuer deshalb auch gar nicht mehr aufhalten. Oßwald kündigte unmissverständlich an: "Wir müssen neu aufbauen und werden voll auf den Nachwuchs setzen."

Rauffer spielt in den Planungen offenbar keine Rolle mehr, warum auch? Im nunmehr siebten Jahr fährt der eher sanftmütige Bayer im Weltcup mit. Oft war er verletzt, umso seltener machte er durch sportliche Höchstleistungen auf sich aufmerksam: Ein dritter Platz, zwei achte und ein zehnter im Weltcup. Einmal WM-Zehnter, im Vorjahr bei der Abfahrt in St. Anton. Wenn Oßwald über mangelnden Biss bei deutschen Ski-Rennläufern spricht, meint er damit auch Rauffer.

Der Cheftrainer will sich nicht zu vorschnellen Handlungen hinreißen lassen, doch sein Entschluss scheint gefasst. Ein totaler Neuaufbau steht an mit dem derzeit noch verletzten WM-Dritten Florian Eckert (22) als Frontfigur. "Wir werden jetzt erstmal eine Woche abwarten, dann mit dem Max reden und schauen, was er sich vorstellt, was er für eine Strategie hat", sagte Oßwald. Und dann will er prüfen, ob "unsere Vorstellungen zusammenpassen".

Rauffer glaubt dagegen unverdrossen an eine rosige Zukunft. Die Kritik, die er für Olympia nun sicher einstecken müsse, sei berechtigt, sagt er, vergisst aber nicht, zu erwähnen: "Ich habe mich hier unter Wert geschlagen. Ich weiß, was ich kann, und meine Rennen kommen noch." Zum allgemeinen Verständnis: In zwei Wochen in Kvitfjell/Norwegen wird Rauffer wohl wieder ganz gut fahren, denn die Strecke liegt ihm. Aber Olympia war dort schon 1994.

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