Nur die Chipbroker CE Consumer und ACG waren gefragt
Wenig Bewegung am Neuen Markt

Nach den zuletzt starken Zuwächsen ist inzwischen am Neuen Markt wieder Vorsicht eingekehrt. Es könnte alles schon wieder zu schnell gegangen sein, mahnen Pessimisten. Der Nemax verlor 0,4 % auf 1 027 Punkte. Der Nemax 50 gab 0,1 % auf 1 035 Punkte ab.

HB FRANKFURT/M. Es liegt in der Natur der Sache, dass mancher dünnen Unternehmensmeldung an umsatzschwachen Tagen eine größere Bedeutung zukommt als ihr eigentlich gebührt. So kamen Aktien zu Ehren, die mit ihren Aussagen eigentlich kaum überraschen konnten. Beispielsweise verkündete D.Logistics , dass eine Umstrukturierung des Hofheimer Logistik-Dienstleisters gerade eingeleitet wurde. Margenschwache Geschäftsbereiche sollen verkauft und die Schuldenlast abgebaut werden. Das verwundert vor dem Hintergrund der jüngst massiv eingebrochenen Gewinne und des allerdings inzwischen behobenen Liquiditätsengpasses kaum. Trotzdem war die Aktie nach dieser Meldung außergewöhnlich gefragt und legte 10,9 % auf 2,65 Euro zu. Bei den Käufern dürfte es sich allerdings mehr um Spekulanten gehandelt haben. Analysten kritisierten hingegen die geringe Aussagekraft der Nachricht und forderten mehr Details.

Ähnliche Zuwächse wie D. Logistics verzeichneten lange die Papiere von CPU Software. Die Augsburger starteten im vergangenen August ein Aktienrückkaufsprogramm, das nun nach dem Erwerb von insgesamt 634 135 Aktien abgeschlossen ist. An einem flauen Tag wie dem Mittwoch sorgte diese wenig aufregende Meldung für ein Plus von 6 % auf 1,42 Euro. Einziger Grund dafür ist bestenfalls, dass CPU durch den Rückkauf den Glauben an die eigene Aktie demonstriert hat.

Immerhin für ein Plus von 1,7 % auf 1,18 Euro reichte bei QSC die Nachricht, dass mit Bernd Puschendorf nun ein vierter Vorstand an Bord ist. Puschendorf war zuvor bei der inzwischen insolventen m+s Elektronik tätig.

Zwischen all diesen eigentlich wenig bewegenden Meldungen fanden sich dann doch noch einige mit Substanz. So schaffte der Münchener Chip-Broker CE Consumer trotz der schweren Krise der Halbleiterbranche im abgelaufenen Jahr respektable Zahlen. Der Umsatz lag mit 426,8 Mill. Euro sogar um 11 % über den eigenen, allerdings drastisch reduzierten Erwartungen. Und beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern wurde laut Vorstandschef Erich Lejeune "nach hartem Kampf" sogar ein leichtes Plus erwirtschaftet. Die Aktionäre zeigten sich dankbar und hievten die Aktie um 5,5



% auf 7,70 Euro. Mit im Sog von CE Consumer zog es auch die Aktie des Wettbewerbers ACG um 10,9 % auf 6,30 Euro nach oben.

Damit schreibt CE Consumer auch im sechsundzwanzigsten Jahr seines Bestehens schwarze Zahlen, dem Hamburger Softwarehaus Netlife gelang dieses Kunststück hingegen 2001 zum ersten Mal. Keine Kleinstprojekte in exotischen Ländern mehr, dadurch weniger Umsatz, aber höhere Margen lautete das Erfolgsrezept. Die Aktionäre quittierten diesen Schritt mit einem Plus von 9 % auf 4,25 Euro für die Aktie.

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