Nur ein Dutzend MBA-Anbieter spielen in der ersten Liga
Lernen bei den Briten

In keinem anderen Land außerhalb der USA gibt es so viele MBA-Angebote wie in Großbritannien. Etwa 100 Business Schools/MBA-Anbieter gibt es im Vereinigten Königreich, die schätzungsweise 12 000 MBA-Absolventen jährlich auf den Markt werfen. Doch davon sind nicht mehr als ein Dutzend für deutsche Interessenten wirklich empfehlenswert.

In keinem anderen Land außerhalb der USA gibt es so viele MBA-Angebote wie in Großbritannien. Etwa 100 Business Schools/MBA-Anbieter gibt es im Vereinigten Königreich, die schätzungsweise 12 000 MBA-Absolventen jährlich auf den Markt werfen. Doch davon sind nicht mehr als ein Dutzend für deutsche Interessenten wirklich empfehlenswert, ein weiteres Dutzend akzeptabel, und nur eine einzige - die London Business School - spielt international in der ersten Liga mit und kann es durchaus mit den großen Namen aus den USA aufnehmen. "Es gibt MBA-Programme in Großbritannien, die haben nur Bachelor-Niveau", sagt ein Vertreter der Akkreditierungsorganisation Association of MBAs (AMBA), der namentlich nicht genannt werden möchte.

"Die britischen Business Schools haben in den letzten zehn Jahren einen überproportionalen Anstieg der Nachfrage verzeichnet", sagt Nunzio Quacquarelli, Chef des in London ansässigen MBA-Messeveranstalters topmba.com. "Doch unsere jährliche internationale Umfrage unter Recruitern zeigt, dass es ein Dutzend Schulen sind, auf die sich das Interesse der Arbeitgeber konzentriert."

Die ersten britischen Business Schools - London Business School (LBS) und Manchester Business School - entstanden in den 60er Jahren nach US-Vorbild. Mit Ausnahme der LBS jedoch sind sie von dem US-amerikanischen zweijährigen Modell abgerückt und bieten heute einjährige MBA-Programme wie entsprechende Anbieter in Kontinentaleuropa. Immer mehr Teilnehmer wählen auch statt der Vollzeitprogramme die berufsbegleitenden Teilzeitprogramme (Executive MBA), womit Großbritannien auch für im Beruf stehende Manager in Deutschland zusätzlich interessant wird. Daneben gibt es auch direkt auf Unternehmensbedürfnisse zugeschnittene Konsortialprogramme, von denen auch deutsche Unternehmen wie Lufthansa, Merck und Deutsche Bank Gebrauch machen.

Es herrscht weitgehend Einigkeit darüber, welche britischen Business Schools die besten sind. Eine gute Orientierungshilfe ist dabei die alljährliche Rangliste, die die Financial Times veröffentlicht. Deutsche Interessenten sollten darauf achten, dass ein Anbieter von der AMBA (www.mba.org.uk.), der efmd (www.efmd.be) oder der amerikanischen AACSB (www.aacsb.edu) akkreditiert wurde. Alle hier vorgestellten Programme gehören zur Handelsblatt-Auswahl der weltweit 50 besten MBA-Programme (www.jungekarriere.com/mba).

London Business School (LBS)

Die in einem historischen Gebäude am vornehmen Regent?s Park residierende London Business School ist nicht nur die beste britische Business School. Auch im europäischen und transatlantischen Vergleich gehört sie zu den führenden Schulen. Ihre Stärken: Finanzwirtschaft und Strategie. Ungewöhnlich für die eher forschungsschwachen Business Schools in Europa kann die LBS auch darauf verweisen, dass einige ihrer Professoren zu den international renommierten "Management-Gurus" zählen. (www.london.edu)

City University Business School

Die im Barbican Centre im Londoner Osten angesiedelte City University Business School (CUBS) steht ein bisschen im Schatten ihrer großen Schwester. Durch die Nähe zum Londoner Finanzdistrikt City gehört ihr Teilzeit-MBA zu den besten Angeboten in Europa. Das Vollzeit-Programm hinkt dagegen hinterher. (www.business.city.ac.uk/)

Imperial College Management School

Historisch gesehen war das Imperial College die Hochschule für Wissenschaft und Technik des britischen Empire. Die Gründung der Management School erfolgte erst im Jahr 1987. Ihre Stärken liegen an der Schnittstelle von Management und Technologie sowie bei Unternehmensgründung. (www.ms.ic.ac.uk)

Ashridge Management College

Ashridge ist fast so etwas wie ein Paradox: Die Business School residiert weitab von jeder Großstadt in einem Anwesen mit bis ins Mittelalter zurückreichender Geschichte und ist doch eine der Schulen, die am engsten mit Unternehmen zusammenarbeitet und mit ihren gegenwärtigen Problemen vertraut ist. So beruht der Ruf von Ashridge auch vor allem auf seinen kurzen Fortbildungsprogrammen für Manager, wo die Schule einer der führenden Anbieter in Europa ist, sowie der Unternehmensberatung (consulting). Die Arbeit an realen Projekten in realen Unternehmen ist Grundprinzip des MBA-Studiums. (www.ashridge.org.uk)

Cranfield School of Management

Die in Mittelengland angesiedelte, ziemlich isoliert liegende Schule, wendet sich mit ihrem MBA-Programm vor allem an erfahrenere Manager aus der Industrie und setzt stark auf Persönlichkeitsentwicklung. (www.cranfield.ac.uk/som)

Judge Institute of Management

Die University of Cambridge ist eine der ältesten und angesehendsten Universitäten der Welt. Ihre Business School, das Judge Institute of Management, hingegen besteht erst seit wenigen Jahren. Dank großzügiger finanzieller Ausstattung von privater Seite jedoch hat sich das MBA-Programm bereits unter die besten Angebote in Großbritannien vorarbeiten können. Alle MBA-Studenten sind zugleich Mitglieder eines der weltberühmten Colleges der Universität Cambridge, was sowohl dem Ideenaustausch als auch dem Networking zugute kommt. (www.jims.cam.ac.uk)

Saïd Business School

Auch die Business School der Universität Oxford, ebenfalls eine Gründung jüngeren Datums (1996), profitiert vom legendären Ruf der Universität. Seit einer 20-Millionen-Pfund-Spende trägt sie den Namen des arabischen Geschäftsmanns Wafic Saïd. Unter Beweis stellen muss sie noch, dass sie zur ersten Liga der Business Schools gehört. (www.sbs.ox.ac.uk)

Manchester Business School

Ursprünglich ein Fachbereich der Universität Manchester, ist die Manchester Business School heute eine eigenständige Einrichtung, die sich selbst finanziert. Mitte der 60er Jahre etwa zeitgleich wie die London Business School gegründet, kann sie dieser heute nicht ganz das Wasser reichen. Trotzdem ist man an der MBS stolz auf die hier entwickelte "Manchester-Methode" projektbasierten praxisnahen Lernens in Teams. (www.mbs.ac.uk)

Warwick Business School

Die auf dem Campus der University of Warwick am Stadtrand von Coventry beheimatete Schule gehört in Großbritannien zu den besten, im internationalen Vergleich liegt sie eher im Mittelfeld. Ihre Stärke liegt in der Forschung. (www.wbs.warwick.ac.uk)

Aber selbst wenn man nicht in eines der besseren britischen MBA-Programme aufgenommen wird, bietet die Insel immer noch einen Vorteil gegenüber zweit- oder drittklassigen MBA-Programmen in Deutschland. Sagt ein deutscher Personaler: "Das ist dann ein Englischkurs auf sehr hohem Niveau."

Noch Fragen?

Sie haben noch Fragen zum MBA-Studium in Großbritannien? Kein Problem! Das Handelsblatt gibt Ihnen die Möglichkeit, direkt mit den zehn führenden Business Schools in Kontakt zu treten. Gehen Sie dazu einfach im Internet auf unsere Website www.jungekarriere.com/mba und stellen dort Ihre Fragen. Wir leiten diese kostenlos an die von Ihnen gewünschten Schulen weiter. Die Antworten finden Sie dann auch auf unserer Website. Dieser Service ist exklusiv für die Leser von Handelsblatt und Handelsblatt Junge Karriere. Ihre Fragen können Sie richten an Ashridge Management College, City University Business School, Cranfield School of Management, Judge Institute (Cambridge University), London Business School, Manchester Business School, Open University Business School, Said Business School (Oxford University) und Warwick Business School. Ab dem 2. Mai 2002.

Exklusive Einblicke

Wie ist es, wenn man (als Deutscher) in Großbritannien ein MBA-Studium absolviert? Diese Frage beantworten exklusiv für unsere Leser zwei deutsche MBA-Studenten mit ihrem Internet-Tagebuch (www.jungekarriere.com/mba).

Von seinen Erfahrungen an der London Business School berichtet Alexander Kopf. Der promovierte Physiker arbeitete zuletzt in der Projektentwicklung der Bayerischen Landesbank. Aus Cranfield schreibt Steffen Springer. Der Diplomingenieur, der schon drei Jahre für Bilfinger Berger ein Projekt in Bangkok betreute, war zuletzt Technischer Leiter des Geschäftsbereichs Ausland eines Tochterunternehmens des Baukonzerns.

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