Nur ein mageres 1 : 1
Deutsche Nationalelf kann Schotten nicht bezwingen

Deutschland erreichte in der EM-Qualifikation gegen Schottland nur das Minimalziel und sicherte sich nur einen einzigen Punkt. 20 Minuten dauerte es bis zum ersten Torschuss auf das schottische Tor.

dpa GLASGOW. Nach großem Kampf hat die deutsche Fußball- Nationalmannschaft in Glasgow ihr Minimalziel erreicht. Mit dem 1:1 (1:0) im Prestige-Duell gegen die von Berti Vogts trainierten Schotten verteidigte die Auswahl von Teamchef Rudi Völler am Samstag zwar die Tabellenführung in der Qualifikation zur Europameisterschaft, verpasste aber durch eigene Schlafmützigkeit einen möglichen Sieg beim schärfsten Rivalen um den Sieg in der Gruppe 5.

Vor 52 000 Zuschauern im Glasgower Hampden Park brachte Fredi Bobic den nur kämpferisch überzeugenden Vize-Weltmeister in der 22. Minute in Führung. Kenny Miller (69.) gelang nach einer Unaufmerksamkeit in der deutschen Hintermannschaft der Ausgleich für die Schotten.

Nächstes Spiel am Mittwoch gegen Färöer

Die deutsche Mannschaft bleibt noch bis Dienstag in Schottland, ehe sie zum Spiel gegen die Färöer Inseln weiterfliegt. In der Begegnung am Mittwoch (20.45 Uhr) in Torshavn, in der die Tabellenführung auf drei Punkte ausgebaut werden kann, muss Rudi Völler allerdings auf Torsten Frings verzichten, der nach seiner zweiten Gelben Karte in der Qualifikation gesperrt ist.

"Spiel des Jahres" verpatzt

In der von Völler als "Spiel des Jahres" apostrophierten Begegnung im Hampden Park wusste die deutsche Mannschaft gegen ein sehr defensiv eingestelltes schottisches Team nur mit Einsatz zu überzeugen, spielerisch blieb sie alles schuldig. Nach der Pause verlor die Elf immer mehr ihre Linie und ließ sich das Kampfspiel der Hausherren aufzwingen. Dabei wirkte der sehnlich erwartete Rückkehrer Michael Ballack nicht als der erhoffte Stabilisator und Ideengeber des Teams. Der 26-jährige Mittelfeldstar des FC Bayern München, der wegen Wadenproblemen zwei Tage lang nicht trainieren konnte und sich erst nach einem Belastungstest kurz vor dem Spiel einsatzfähig meldete, wirkte gehemmt und konnte keine großen Impulse geben.

Prunkstück in der deutschen Elf war die Dreier-Abwehrkette, in der der Dortmunder Christian Wörns seinem Gegenspieler Kenny Miller kaum einen Stich ließ, auch Arne Friedrich beherrschte Steven Crawford meist sicher. Während der künftige Münchner Tobias Rau auf der linken Mittelfeld-Seite bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung (52.) eine ordentliche Vorstellung bot, fiel sein Gegenüber Frings deutlich ab. Seine beste Szene hatte der Dortmunder, dem zahlreiche Flüchtigkeitsfehler unterliefen, als er Bobic die Flanke zum 1:0 gab. In vorderster Front blieb der Lauterer Miroslav Klose in seiner Wirkung klar hinter Bobic zurück. Der künftige Berliner krönte seine engagierte Darbietung mit dem 6. Tor im 25. Länderspiel.

20 Minuten bis zum ersten Torschuss

Da die Völler-Elf zunächst nur darauf bedacht war, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und die Partie zu kontrollieren, dauerte es beinahe 20 Minuten bis zum ersten Torschuss, den Ballack aus gut 25 Metern abgab. Schon die erste gelungene Kombination der deutschen Mannschaft über Ballack führte wenig später zum 1:0, als Bobic eine Flanke von Frings unbedrängt von der schottischen Abwehr einköpfen konnte.

Selbst in Rückstand liegend hielten die Hausherren an ihrem von Berti Vogts verordneten Sicherheitsfußball fest. Die wenigen Erfolg versprechenden Offensivaktionen vereitelte die souverän stehende deutsche Hintermannschaft oder wurden von den Angreifern kläglich vergeben. In der 28. Minute blockte Jens Jeremies im letzten Moment einen Schuss von Miller ab, drei Minuten später schoss der freistehende Crawford weit am Tor von Oliver Kahn vorbei. Auf der Gegenseite zwang Bernd Schneider (39.) Schottlands Keeper Douglas aus 25 Metern zu einer Glanzparade.

Nach einem brutalen Foul von Morris Ross an Rau, bei dem der 21- Jährige eine Risswunde am Knie erlitt, musste Völler seine Formation kurz nach Wiederbeginn umstellen. Für den Wolfsburger kam der Bochumer Paul Freier, der sich auf die rechte Seite orientierte, Frings wechselte auf links. In einem zunehmend zerfahrenen Spiel, das nur noch vom Kampf lebte, häuften sich die Ruppigkeiten. Als Colin Cameron in der 69. Minute einen Freistoß blitzschnell ausführte, war die deutsche Abwehr überhaupt nicht im Bilde, und der in Stellung gelaufene Miller konnte ausgleichen. Die abermalige Führung hatten Bobic (72.), Schneider (82.) und Wörns (83.) auf dem Fuß, doch brachten sie den Ball nicht über die Linie.

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