Nur fünf bis zehn Internet-Autobörsen haben langfristig am Markt eine Chance
Autoscout 24 will weg vom reinen Gebrauchtwagen-Geschäft

um MÜNCHEN. Die Zahl der Autobörsen im Internet ist in den vergangenen Monaten rapide geschrumpft. Gab es vor einem Jahr noch rund 250 Autoportale, so macht Nicola Carbonari, Vorstand von Autoscout 24, jetzt nur noch "fünf bis zehn Anbieter" aus, die eine Chance am Markt haben. Neben Autoscout24 zählt dazu Mobile.de, die nur in Deutschland aktiv ist, Fair Car mit der privaten TÜV-Gruppe Dekra sowie Gruner + Jahr als Eigner, und die zum Axel Springer Verlag gehörende Auto Euro. Eine mächtige Koalition bilden auch der TÜV Süddeutschland und der Süddeutsche Verlag mit dem Internetportal Autocert.de. Marktführer ist Autoscout 24 in Deutschland also nicht, aber nach Carbonaris Ansicht die Internet-Autobörse mit dem höchsten Bekanntheitsgrad. Im Monat wird die Website bis zu 7,6 Millionen Mal aufgerufen und vermittelt nach eigenen Angaben 30 000 Gebrauchtwagen. Partner sind die Vertragshändler und großen Autohäuser. Außerdem bestünden mit 14 Herstellern Verträge, darunter BMW, Ford, Volvo, Peugeot, Renault und Fiat. Bei Daimler-Chrysler steht Autoscout allerdings vor verschlossenen Türen, und mit VW werden vorerst nur "informelle Gespräche" geführt. Eine Vereinbarung gibt es innerhalb des VW-Konzerns nur mit der Marke Seat.

Noch ist der deutsche Markt Motor des Geschäfts. Hier tätigt Autoscout im laufenden Jahr 75 % des gesamten Europaumsatzes, der sich laut Carbonari auf 10 Mill. DM belaufen wird. Dieses Aufkommen speist sich nicht aus Provisionen. Der Händler oder Hersteller, der seine Gebrauchtwagen ins Netz stellt, zahlt für die "Stellplätze", ähnlich wie bei Kleinanzeigen in der Zeitung. Es werden Paketlösungen angeboten, wobei sich die Preise pro Position auf 3 bis 5 DM belaufen, unabhängig vom Erfolg.

Im kommenden Jahr soll der Deutschland-Anteil auf 55 % zurückgehen, bei insgesamt deutlich höherem Umsatz. Der Break-even soll für Deutschland im vierten Quartal 2001 und für Europa im zweiten Halbjahr 2002 erreicht werden. Bis dahin wird Autoscout einen Verlustberg von rund 80 Mill. DM aufgehäuft haben. Die Marketingaufwendungen beziffert Carbonari auf unter 20 Pfg. pro Besucher der Web-Seite. Im kommenden Jahr will er sie um 30 % senken.

Carbonari will weg von der Abhängigkeit vom Gebrauchtwagenmarkt, die heute 64 % des Umsatzes bei Autoscout 24 ausmacht: Eine B2C-Plattform, Finanzdienstleistungen für Versicherungen und Leasinggesellschaften und E-Commerce sollen künftig einen deutlich größeren Beitrag zum Gesamtumsatz leisten. Im Neuwagengeschäft wird Autoscout nur die Dienstleistungen des Marktplatzes zur Verfügung stellen, denn ein Direktvertrieb wäre wegen der geringen Margen uninteressant. Die Gebühr errechne sich dabei nach dem Kundenkontakt.

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