Nur jede vierte Karte dürfte in Deutschland bleiben
WM-Organisatoren fürchten knappe Tickets

Die Stadien stehen, die Finanzierung ist gesichert, das Maskottchen vorgestellt. Doch rund 20 Monate vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft fürchtet das Organisationskomitee (OK) in Deutschland einen Engpass - bei den Tickets für die große Fußballshow.

HB DÜSSELDORF. "Die Mangelware Tickets zu verwalten, wird die größte Herausforderung für uns", sagte OK-Sprecher Jens Grittner dem Handelsblatt. Rund 3,4 Millionen Karten sollen für die 64 Spiele zur Verfügung stehen, die genaue Anzahl wird derzeit noch zwischen dem deutschen OK und dem Weltfußballverband Fifa ausgehandelt. Das erste Kontingent wird Anfang Februar kommenden Jahres angeboten, der Verkauf erfolgt ausschließlich über das Internet.

Wer dabei sein will, wird sich aber zunächst mit dem Ausfüllen eines Bewerbungsbogens zufrieden geben müssen, die Zuteilung wird wohl über ein Lotterieverfahren entschieden. "Damit alle eine Chance bekommen, werden wir mit Limitierungen arbeiten", sagt Grittner. Vorstellbar seien zwei bis vier Tickets pro Person und Spiel. Die Preise dürften echte Fußballfans ohnehin kaum abschrecken: Die einfachste Vorrundenkarte kostet 35 Euro. Bis zu 600 Euro sind für das Finale in Berlin fällig. Bereits jetzt laufen aus aller Welt tausende von Anfragen für die begehrten Eintrittskarten in der Frankfurter Organisationszentrale ein, doch Vorbestellungen werden nicht angenommen, heißt es beim OK.

Wie groß das Interesse ist, zeigt der Ansturm auf die Tickets für den so genannten Confederations-Cup, die Generalprobe für die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer, bei der neben dem Gastgeber Deutschland auch Weltmeister Brasilien und Europameister Griechenland in den WM-Stadien in Deutschland eine "kleine WM" ausspielen. Als die Server für den Internet-Kartenverkauf vergangene Woche freigeschaltet wurden, waren innerhalb eines Tages 100 000 von 700 000 Karten weg, die telefonische Hotline zeitweise überlastet. "Die Resonanz hat uns überrascht", sagt OK-Sprecher Grittner. "Sie zeigt dass wir uns für den Kartenverkauf für die Weltmeisterschaft Anfang Februar warm anziehen müssen."

Wie groß das Problem bei der WM 2006 in Deutschland tatsächlich wird, zeigen die Erfahrungen der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich. Dort überstieg die Nachfrage nach Karten das Angebot um das Zehnfache - der Schwarzmarkt blühte auch mit gefälschten Tickets.

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