Nur jedes achte Unternehmen erschließt neue Märkte
Konjunktur belastet Innovationen

Die schwache Konjunkturentwicklung im vergangenen Jahr hat Spuren bei deutschen Unternehmen hinterlassen: Es gibt weniger neue Produkte. Grundsätzlich durchlaufen Produkte vier Phasen: Markteinführung, Wachstum, Stagnation und Schrumpfung. Als Folge der Konjunkturschwäche sind nun die Umsatzerlöse mit Produkten in der Wachstumsphase zurück gegangen - die Anteile in der Stagnations- und Schrumpfungsphase haben zugenommen. Das ist schlecht für die internationale Konkurrenzfähigkeit, schreibt Horst Penzkofer im aktuellen Ifo-Schnelldienst.

pbs DÜSSELDORF. Rund 70 % der deutschen Unternehmen bleiben bei neuen Produkten innerhalb ihres bisherigen Schwerpunkts - nur jedes achte wagt sich auf neue Märkte, hat Penzkofer im Rahmen des Ifo-Innovationstest herausgefunden. Insgesamt wurden dabei 2 750 Unternehmer befragt.

Zu geringe Produktinnovationen und unzureichende Rahmenbedingungen für Innovationen, sind für Horst Siebert, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, Gründe dafür, dass deutsche Unternehmen seit den 90er-Jahren am Weltmarkt Anteile verloren haben; seit 1994 liegt das Wirtschaftswachstum unter dem EU-Durchschnitt. Drei Viertel der von Ifo befragten Unternehmen nannten finanzielle, personelle und technische Engpässe sowie administrative Hemmnisse als Grund für geringere Innovationen.

Auch im internationalen Vergleich bekommt Deutschland in Sachen Wettbewerbsfähigkeit selten gute Noten. Penzkofer hat die Ergebnisse verschiedener Analysen zusammengetragen: Bei einer Studie des International Institute für Management Development kommt Deutschland auf Platz 15, die Spitzenposition nehmen die Vereinigten Staaten ein, dahinter steht Finnland - das Land hat Singapur abgelöst. Nur im Mittelfeld landet Deutschland auch bei einer Studie der Europäischen Kommission zur Innovationskraft. Die Kommission hat verschiedene Indikatoren untersucht, darunter das Qualitätsniveau der Arbeitskräfte, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE), die Patent-Anzahl und die Verfügbarkeit von Risikokapital.

In den vergangenen Jahren hat Deutschland im Forschungswettbewerb angeblich aufgeholt. Das geht aus Berichten des Bundesforschungsministeriums (BMBF) hervor. Der Anteil von FuE am Bruttoinlandsprodukt lag 1999 bei 2,44 % - in Japan betrug er 3,04 %, in den USA 2,64 %, in Frankreich 2,17 %. Von den europäischen Spitzenreitern Schweden (3,80 % und Finnland (3,19 %) ist Deutschland damit noch weit entfernt. Die technologische Stärke hier zu Lande liege bei der höherwertigen Technik, nicht aber bei der Spitzentechnik, berichtet das BMBF.

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