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Nur kurzes Aufatmen an den US-Märkten

Die überraschend guten Wirtschaftsdaten beflügelten die Wall Street nur kurzzeitig. Das US-Wirtschaftswachstum legte im zweiten Quartal um 0,2 Prozent zu.

Die Mehrheit der Analysten hatte nach den Daten zum Verbrauchervertrauen befürchtet, dass das Bruttoinlandsprodukt der USA im vergangenen Quartal erstmals seit acht Jahren gesunken sein könnte. Zwar wuchs die Wirtschaft so langsam wie seit acht Jahren nicht mehr, doch sie wuchs! Die Anleger sind sichtlich erleichtert. Mit einer Genesung der Konjunktur ist bis Ende des Jahres jedoch vermutlich nicht mehr zu rechnen. Noch vor zwei Wochen hatten die Analysten von Goldman Sachs dem S&P 500 Index bis Ende des Jahres einen Anstieg auf 1450 Zähler prognostizieren. Das Punkteziel werde das Börsenbarometer nun erst Mitte des kommenden Jahres erreichen, so die Analysten.

Sowohl der Dow Jones als auch der technologielastige Nasdaq Index konnte in den ersten Handelsminuten bis zu 0,3 Prozent dazu gewinnen, drehten dann aber einheitlich in die Verlustzone. Der Index der 30 US-Standardwerte rutsche 0,6 Prozent in die Verlustzone. Das Börsenbarometer der Nasdaq schlittert bereits ein Prozent ins Minus.

Zu den am meisten gehandelten Aktien gehörten die Titel von Ciena, Cisco und JDS Uniphase. Sie alle gewinnen an Wert. Das Papier von Intel rutscht dagegen ins Minus, nachdem die Analysten von Credit Suisse First Boston davon ausgehen, dass Intel die Geschäftsprognosen nicht einhalten wird. Gemessen an den Gewinnerwartungen für 2002, notiert die Aktie bei einem KGV von 57. Aufgrund der hohen Bewertung könne man den Wert lediglich mit "halten" einstufen.

Schwächer notiert auch die Aktie von Juniper Networks. Die Analysten von Merrill Lynch senken die Gewinnerwartungen für den Netzwerkausstatter für das laufende und das kommende Geschäftsjahr. Die Aktie wird mit "kurzfristig akkumulieren" und "langfristig kaufen" bewertet. Die Aktie von Sun Microsystems gewinnt am Morgen leicht an Wert. Der Serverhersteller lädt heute zur Analystenkonferenz und wird sich zur Geschäftsentwicklung des laufenden Quartals äußern. Die Aktie hatte am Dienstag nach negativen Analystenkommentaren an Wert verloren.

Positiv aufgenommen werden dagegen Gateways geplante Umstrukturierungsmaßnahmen. Die Aktie des zweitgrößten Computer-Direktverkäufers gewinnt an Wert, nachdem Gateway ankündigte, fast 25 Prozent der Belegschaft und damit rund 5000 Mitarbeiter zu entlassen. Allein in den USA will das Unternehmen 15 Prozent der Stellen abbauen. Die Kosten, die durch Abfindungen entstehen, werden sich im dritten Quartal auf 475 Millionen Dollar belaufen. Zudem wird das US-Unternehmen alle Firmenaktivitäten in Malaysia, Singapur, Japan, Australien und Neuseeland einstellen. Ob auch der Markt in Europa aufgegeben werden soll, wird in den nächsten 30 Tagen entschieden werden. Die durchschnittlichen Gewinnerwartungen der Analysten an der Wall Street für das dritte Quartal liegen bei einem Cent pro Aktie. Im laufenden Jahr hat die Aktie von Gateway bereits 87 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Neben Gateway legten auch die Aktien von Gateways größtem Konkurrenten Dell und Computervertreiber Compaq an Wert zu.

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