Nur Leitbörse in Tokio notiert schwächer
Aktien in Asien nach Militärschlägen zumeist im Plus

Die Finanzmärkte in Asien haben am Dienstag nach der zweiten Angriffswelle in Afghanistan überwiegend steigende Aktienkurse verzeichnet, nachdem sich die Verluste an der Wall Street am Montag in Grenzen hielten. An den Anleihemärkten gab es leichte Kursgewinne, auch der Dollar legte zum Yen wieder etwas zu, während die Rohöl- und Goldnotierungen etwas nachgaben.

Reuters TOKIO/TAIPEH/FRANKFURT. "Da die Wall Street vergleichsweise stabil blieb, sind die Aktien in Taiwan, die am Vortag deutlich überreagiert hatten, ins Plus umgeschwenkt," sagte Chen Han-chung, Portfolio-Manager bei der Yungli Securities in Taipeh. Andere Börsianer in Asien verwiesen indes auf Sorgen um das Ausmaß und die Dauer der Militärschläge. "Es besteht eine große Unsicherheit da draußen und ich glaube, die Leute wollen sehen, wie es sich in den nächsten Wochen entwickelt, bevor sie wieder in den Markt strömen," sagte Martin Angel, Händler bei der CIBC Eyres Reed in Australien.

An den asiatischen Börsen lagen am Dienstagmorgen (MESZ) die Leitindizes überwiegend im Plus. In Hongkong zog der Hang Seng im Handelsverlauf 2,73 % auf 10 240 Punkte an. Auch der Strait-Times-Index in Singapur verzeichnete Punktgewinne von über 1,5 %. An der südkoreanischen Börse legte der Kospi-Index 2,3 % zu, während in Taipeh der Leitindex Taiex gut zwei Prozent hinzugewinnen konnte. Nach Anfangsverlusten schwenkte auch die Börse in Sydney leicht ins Plus.

Nur die asiatische Leitbörse in Tokio hat weiterhin schwach tendiert. Belastet durch die Unsicherheit am Markt über die weitere Entwicklung nach den Luftangriffen in Afghanistan büßte der Nikkei-Index für 225 führende Werte 150,41 Punkten auf 10 055,46 Zähler ein. Der breit angelegte Topix notierte ein Minus von 23,75 auf 1 046,70 Zähler. Der Bankensektor präsentierte sich dabei ebenso schwächer wie die Papiere der NTT-Gruppenunternehmen.

"Eine kleine Schicht an Unsicherheit wurde durch das (Timing) und die Art der ersten Antwort weggeräumt, aber da ist offensichtlich die offene Frage: 'Wohin soll das alles führen?'", sagte Charles White, Präsident der Investmentfirma Avatar Associates. Die Wall Street hatte am Montag eher besonnen auf den Beginn der Militärschläge reagiert. Bei den Blue-Chips hielten sich die Verluste in Grenzen, während an der Technologiebörse Nasdaq einige Anleger die niedrigen Kurse nach Angaben von Händlern zum Einstieg nutzten. Der Dow-Jones-Index schloss mit Verlusten von 0,57 % bei 9 067,94 Punkten, während die Technologiebörse Nasdaq den Handel knapp mit 0,04 % im Plus bei 1 605,95 Zählern beendete.

Die USA hatten am Sonntag mit Unterstützung Großbritanniens Angriffe auf Ziele der radikal-islamischen Taliban-Regierung und der Organisation des moslemischen Extremisten Osama bin Laden gestartet und diese am Montag fortgesetzt. Am Dienstagmorgen (MESZ) flogen US-Kampfflugzeuge eine neue Angriffswelle auf die afghanische Hauptstadt Kabul.

Der Dollar legte zum Yen am Dienstagmorgen (MESZ) an den asiatischen Finanzplätzen leicht zu, nachdem er zunächst geringfügig nachgegeben hatte. Dabei nahm er in Tokio zeitweilig die als psychologisch wichtig geltende Marke von 120,00 Yen. Bei eher dünnem Handelsaufkommen sei es ihm aber nicht gelungen, weitere Anschlusskäufe zu finden, hieß es von Händlerseite. "Es lässt sich keine Neigung feststellen, den Dollar über 120 Yen zu kaufen," sagte ein Devisenhändler einer japanischen Bank. Trotz Befürchtungen einer Intervention durch die japanische Notenbank, bestehe ein zunehmendes Risiko, dass die US-Währung nachgebe, merkte er an. Die US-Währung notierte am frühen Morgen (MESZ) zum Yen bei 119,92/02 Yen nach Kursen um die 119,82 Yen im späten nordamerikanischen Handel. Der Euro lag bei Kursen um die 0,9203/04 Dollar, nachdem er am Montag mit 0,9200/05 Dollar geschlossen hatte.

Der Preis für Rohöl büßte im elektronischen Handelssystem Access leicht ein. Die anhaltenden Militärschläge in Afghanistan hätten dem Markt keinen Schub verliehen, hieß es von Händlerseite. Der Markt sei vor dem Hintergrund fehlender unterstützender Nachrichten aus den Opec-Staaten schwach geblieben. Zudem sei die Ansicht weit verbreitet, dass die Angriffe die Ölversorgung nicht behinderten. Der Markt warte außerdem auf die im Tagesverlauf anstehende Veröffentlichung der jüngsten API-Wochendaten zu den Rohölbeständen in den USA. Für ein Barrel (159 Liter) zur Lieferung im November gaben die Notierungen am Morgen (MESZ) um acht Cents auf 22,37 Dollar nach.

Der Preis für die Feinunze Gold gab ebenfalls leicht nach. Wegen der Sorgen um mögliche Auswirkungen der Luftangriffe werde das Edelmetall aber wahrscheinlich die Marke von 289 Dollar halten können, hieß es bei Händlern. "Es ist sehr ruhig heute. Wir hatten eine Runde an Käufen zur Eröffnung gestern aber das war es auch schon," sagte Greg Fan, Händler bei der NM Rothschild Hongkong. Seiner Einschätzung nach werde Gold aber nicht stark nachgeben. In Hongkong eröffnete die Feinunze bei 291,00/1,50 Dollar und damit leicht unter der letzten Notiz bei 291,65/2,65 in New York.

Die US-Anleihen zeigten sich indes geringfügig fester, wobei nach Angaben von Händlern in Tokio vor allem das kurze Ende etwas profitieren konnte. Bondshändler sprachen von leichten Käufen, der Markt habe nach dem Feiertag insgesamt ruhig auf den Beginn der Angriffe in Afghanistan reagiert. Die Finanzmärkte in Tokio waren am Montag geschlossen geblieben. In den USA fand an den Anleihemärkten wegen des Columbus Day ebenfalls kein Handel statt. Auf Grund der stabilen Wall Street sei zudem nicht damit zu rechnen, dass Anleger aggressiv als "sicheren Hafen" US-Staatsanleihen kaufen. Am kurzen Ende legte die zweijährige T-Note verglichen mit den späten US-Freitagskursen 2/32 auf 100-5/32 Punkte zu und rentierte mit 2,66 %. Die richtungweisenden zehnjährigen Notes gewannen 1/32 auf 103-29/32 (Rendite 4,50 %).

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