Nur mageres Wirtschaftswachstum
Konjunkturerholung kommt nicht in Fahrt

Der Bundesverband der deutschen Banken erwartet auch im zweiten Halbjahr keine Wachstumsbeschleunigung. Die jüngsten Konjunkturdaten hätten enttäuscht, schreibt der Verband in seinem am Montag in Berlin veröffentlichten Konjunkturbericht September.

ddp BERLIN. Die zuletzt wieder rückläufigen Bestellungen und ein Einkaufsmanagerindex von weniger als 50 Punkten ließen für das dritte Quartal sogar eine leichte Abschwächung des Wirtschaftswachstums befürchten. Zwar ist nach Ansicht der Experten für Deutschland aus heutiger Sicht ein Rückfall in eine rezessive Phase, also der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP), "eher unwahrscheinlich". Da die deutsche Wirtschaft aber bereits seit mehreren Jahren eine noch geringere Grunddynamik aufweise als die übrigen Euro-Staaten, sei in Deutschland im zweiten Halbjahr nur noch "mit einem sehr mageren Wirtschaftswachstum" zu rechnen. Vor diesem Hintergrund könnte es sogar schwer werden, die für das laufende Jahr vom Verband prognostizierte Wachstumsrate von 0,5 % zu erreichen.

Auch das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum sei wie in Deutschland im zweiten Quartal schwächer ausgefallen als in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Die zum Jahresbeginn eingesetzt habende konjunkturelle Erholung drohe damit bereits in der Anfangphase stecken zu bleiben. Aber auch hier schränkt der Bankenverband ein, eine Rezession oder gar eine Deflationsphase sei nicht zu befürchten. Die Frühindikatoren deuteten nach wie vor auf eine Produktionsausdehnung hin. Die Geldpolitik wirke expansiv, und die Inflation bleibe weit von einer "Deflations-Situation" entfernt. Generell sei im Euro-Raum jedoch zu beklagen, dass sich die binnenwirtschaftlichen Wachstumskräfte unzureichend entfalten. Dazu seien günstigere binnenwirtschaftliche Rahmenbedingungen nötig.

Der Bankenverband geht davon aus, dass der Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe in Deutschland insgesamt nur geringe Auswirkungen auf das BIP-Wachstum haben werde. Nur in den von Hochwasser direkt betroffenen Gebieten sehe es anders aus. "Eine schnelle und entschlossene staatliche Hilfe war und ist deshalb unverzichtbar." Es sei aus ökonomischer Sicht aber nicht unproblematisch, dass die Finanzierung nach bisherigen Vorstellungen vorrangig über die Verschiebung der Steuerentlastung erfolgen solle. Dies laufe faktisch auf eine Steuererhöhung hinaus. Nach dem Urteil der Verbandes wären Umschichtungen und Einsparungen in den öffentlichen Haushalten der bessere Weg gewesen.

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