Nur moderate Investitionen
FMC schnürt den Gürtel enger

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) will in den kommenden zwei bis drei Jahren vor allem organisch wachsen und plant deswegen nur moderate Zukäufe und Investitionen.

Reuters FRANKFURT. "Unser Ziel ist es vor allem, organisch zu wachsen", kündigte Konzernchef Ben Lipps am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Frankfurt an. Das Volumen der Investitionen und Akquisitionen werde in den folgenden zwei bis drei Jahren auf etwa gleichem Niveau bleiben. Gelder sollen nach Konzernangaben in den Ausbau von Produktionsstätten und den Umbau von Kliniken fließen. Zudem sei der Erwerb von Kliniken geplant, davon rund die Hälfte in den USA.

Im laufenden Jahr seien Investitionen von etwa 220 Mill. $ vorgesehen nach 289 Mill. ein Jahr zuvor, sagte Lipps. Die Ausgaben für Akquisitionen würden 2003 unter 100 Mill. Dollar liegen. Bereits vergangenes Jahr hatte FMC nur noch 88 Mill. Dollar für Akquisitionen ausgegeben nach 461 Mill. Dollar im Jahr 2001.

Ausblickend für das Gesamtjahr bekräftigte Lipps frühere Prognosen, wonach mit einem prozentual hohem einstelligen bis niedrig zweistelligen Gewinnplus zu rechnen sei. Für Deutschland kündigte FMC Maßnahmen zur Kostensenkung an, die jedoch keine Kürzung von Arbeitsplätzen bedeuteten. So solle beispielsweise die Produktion mittels effizienterer Maschinen bei gleich bleibenden Personalbestand gesteigert werden, erklärte ein Unternehmenssprecher. Auch beim Marketing und der Logistik seien Schritte vorgesehen, um effektiver zu wirtschaften und somit Kosten zu senken.

"Auf Grund der aktuellen Weltwirtschaftsentwicklung gehen wir davon aus, dass das Ergebnis nach Steuern am unteren Ende der Spannbreite liegen wird", bekräftigte Lipps frühere Aussagen. Im vergangenen Jahr war das Ergebnis nach Steuern vor Sonderaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr um 23 % auf 301 Mill. Dollar gestiegen.

Das Betriebsergebnis im ersten Quartal 2003 von FMC war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent geschrumpft, was FMC mit Krisen in Lateinamerika und den Konflikten in der Nahost-Region einschließlich des Kriegs im Irak begründet hatte. "Wir erwarten, dass das Geschäft im Nahen Osten wieder anzieht", sagte Lipps. Allerdings sei es schwer zu sagen, in welchem Quartal das passieren werde, da sich die Auseinandersetzungen bis ins zweite Quartal hingezogen hätten, fügte er mit Blick auf den Irak-Krieg hinzu.

FMC ist der weltweite Marktführer für Produkte und Dienstleistungen für chronisch Nierenkranke und betreut in rund 1500 Dialysekliniken mehr als 110 000 Patienten in den USA, Europa, Asien und Lateinamerika. FMC rechnet binnen drei Jahren mit einem Wachstum des weltweiten Dialyse-Marktes von sechs Prozent. Bis 2006 könne somit von 1,6 Mill. Dialyse-Patienten weltweit ausgegangen werden. Derzeit leiden weltweit etwa 1,2 Mill. Patienten an chronischem Nierenversagen.

Die FMC-Aktie lag am Donnerstag im Handelsverlauf in einem stabilen Gesamtmarkt mit 0,26 % im Minus bei 41,80 ?.

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