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Nur noch neun Erstligisten im Pokal dabei

Hertha BSC blamiert sich, der FC Schalke 04 setzt unter Interims-Coach Eddy Achterberg seinen Siegeszug fort, und Lauterns Trainer Kurt Jara droht mit Rücktritt - der lange ungeliebte DFB-Pokal hat nichts von seinem Reiz und seiner Dramaturgie verloren.

dpa LEIPZIG. Hertha BSC blamiert sich, der FC Schalke 04 setzt unter Interims-Coach Eddy Achterberg seinen Siegeszug fort, und Lauterns Trainer Kurt Jara droht mit Rücktritt - der lange ungeliebte DFB-Pokal hat nichts von seinem Reiz und seiner Dramaturgie verloren.

Die Hälfte der Bundesliga-Clubs und nahezu alle Top-Teams der Zweiten Liga sind nach der 2. Runde nicht mehr im Rennen. Dagegen haben immerhin drei Regionalligisten den Sprung in das Achtelfinale geschafft - und hoffen bei der Auslosung in der ARD-Sportschau auf das "große Los".

Das wohl packendste Duell bekamen die Zuschauer in Kaiserslautern zu sehen. Nach dramatischen 120 Minuten auf dem Betzenberg hatte es 4:4 gestanden. Erst im Elfmeterschießen setzten sich die Schalker gegen den Liga-Rivalen durch. Doch der Paukenschlag folgte später: Jara drohte unverhohlen mit seinem Rücktritt.

"Ich bin stinksauer. Buhrufe, Pfiffe von den Fans. Es geht die ganze Zeit gegen mich. Das, was hier abgeht, kann ich nicht mehr akzeptieren", schimpfte der frustrierte Österreicher. Am Morgen danach ruderte er jedoch zurück. "Es gibt bei mir keinen Gedanken an einen Rücktritt", ließ Jara auf der FCK-Internetseite mitteilen. Bei ihm habe sich "einiges aufgestaut, was jetzt einfach einmal raus musste, und danach ist es mir auch besser gegangen", hieß es weiter.

Dennoch steht Jara in der Pfalz ebenso unter Druck wie sein Kollege Falko Götz bei Hertha BSC. Nach fünf Unentschieden in den Punktspielen deckte der Regionalligist und "Pokalschreck" Eintracht Braunschweig bei seinem 3:2-Erfolg die Schwächen der Berliner schonunglos auf. "Es geht nicht an, dass meine Mannschaft ein derart konfuses Defensiv-Verhalten an den Tag legt. Nur drei Spieler haben Normalform erreicht", sagte Götz. "Es macht keinen Sinn, in Aktivismus zu verfallen", stellte Manager Dieter Hoeneß klar, "wichtig ist das Spiel in Hamburg am Sonntag".

Beinahe mühelos qualifizierte sich dagegen Cupverteidiger Werder Bremen für die Runde der letzten 16, die am 9./10. November ausgespielt wird. "Der Trainer hat uns vor dem Spiel noch einmal das Final-Gefühl in Berlin vor Augen geführt. Viele von uns haben es selbst erlebt und wollen dort wieder hin", sagte Matchwinner Nelson Valdez, der zwei Treffer zum 3:2 gegen Bayer Leverkusen beisteuerte.

Ebenfalls zwei Tore erzielte Paulo Guerrero beim überraschenden 2:1 der Amateure des FC Bayern München gegen den Vorjahresfinalisten und Uefa-Cup-Teilnehmer Alemannia Aachen. Vom Trainer gab es für dafür eine besondere Belohnung. "Im Training lass' ich sie statt zehn nur neun Runden laufen", meinte Hermann Gerland.

Keine Blöße gaben sich der VfB Stuttgart, der 2:0 bei Rot-Weiß Oberhausen gewann, und Borussia Dortmund, die die Spvgg. Unterhaching 3:1 besiegte. Hannover 96 benötigte beim Zweitligisten Energie Cottbus ein Elfmeterschießen, um mit 5:4 weiterzukommen. Auch in Köln fiel die Entscheidung vom ominösen Punkt: Mit dem 4:2 bei Bundesliga- Absteiger 1. FC Köln schoss sich Erstligist Hansa Rostock dank seines überragenden Torhüters Mathias Schober vorerst aus der Krise.

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