Nur noch Notenbanken als Aktionäre
BIZ will alle Privat-Aktionäre auszahlen

Reuters BASEL. Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel will alle von privaten Investoren gehaltenen Aktien zurückkaufen. Wie die BIZ am Montag weiter mitteilte, sollen nur noch Notenbanken Aktionäre sein können. Mit diesem Schritt will die "Zentralbank der Zentralbanken" die Aktienstruktur mit ihrer öffentlichen Funktion in Einklang bringen. Die wichtigste Aufgabe der BIZ besteht darin, die Zusammenarbeit unter den Zentralbanken zu fördern und so zur weltweiten Finanzstabilität beizutragen.

Der Rückkaufpreis wurde auf 16 000 sfr festgelegt; der Preis liegt damit fast doppelt so hoch wie der letzte bezahlte Kurs von 8 195 sfr am vergangenen Freitag. Am Montag war die BIZ-Aktie vom Handel ausgesetzt.

"Das das Weiterbestehen einer geringen Anzahl privater Aktionäre, deren Interessen im wesentlichen finanzieller Art sind, (wird) nicht mehr als vereinbar mit der internationalen Rolle und der künftigen Entwicklung der Organisation angesehen", erklärt die BIZ weiter.

Die BIZ gab den Anteil der Privatanleger mit 13,73 % der Aktien an. Die restlichen 86,27 % liegen bei den Zentralbanken, die dabei über 100 % der Stimmrechte verfügen. Am 8. Januar 2001 soll an einer ausserordentlichen Generalversammlung eine Änderung der Statuten beschlossen werden.

Der Nennwert der BIZ-Aktien beträgt 2 500 Goldfranken. Ein Viertel davon ist eingezahlt, der Restbetrag kann nach Angaben der BIZ jederzeit nach dem Ermessen des Verwaltungsrates eingefordert werden.

Die BIZ wurde 1930 mit dem Ziel gegründet, die Abwicklung der deutschen Reparationszahlungen nach dem ersten Weltkrieg zu erleichtern. Gegenwärtig gibt es 49 Zentralbanken, die an der Generalversammlung teilnahme- und stimmberechtigt sind. Der Verwaltungsrat umfasst 17 Mitglieder, von denen elf Zentralbankpräsidenten sind. Neben dem Hauptsitz in Basel gibt es seit Juli 1998 eine Vertretung in Hong Kong für die Regionen Asien und Pazifik.

Das bekannteste Gremium im Umfeld der BIZ ist die Konferenz der Zentralbankgouverneure die Zehnergruppe (G-10), die sich aus den elf Industriestaaten Belgien, Canada, Frankreich, Deutschland, Grossbritannien, Italien, Japan, Niederlande, Schweden, Schweiz und USA zusammensetzt. Die Notenbankchefs der G-10 kommen jeden Monat bei der BIZ zu Diskussionen über Währungs- und Finanzfragen zusammen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%