"Nur noch sehr geringer Spielraum"
Tarifverhandlungen für Druckindustrie stocken

Bei den Tarifverhandlungen für die rund 220 000 Beschäftigten der Druckindustrie in Frankfurt hat es bis zum Mittwochnachmittag keine Bewegung gegeben.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. "Die Arbeitgeber mauern und bleiben bei ihrem bisherigen Angebot", zeigte sich ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi enttäuscht. Vor Beginn der Gespräche hatten sowohl Verdi als auch der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) die Bereitschaft zu einer Einigung hervorgehoben. Beide Seiten wollten die 6. Verhandlungsrunde aber noch bis zum Abend fortsetzen.

Die Positionen lagen nach den ersten mehrstündigen Gesprächen aber nach wie vor sehr weit auseinander. Der bvdm bietet einen Tarifvertrag über zwei Jahre mit Nullmonaten und zweistufigen Erhöhungen von je 1,4 % an. Verdi war mit der langen Laufzeit bereits einverstanden, fordert aber 1,9 und 2,1 %. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft 3 % über eine Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. Die Arbeitgeber hatten einen zweijährigen Abschluss mit sechs Nullmonaten und Anhebungen von einem und 1,2 % angeboten.

Beide Seiten betonten am Mittwoch, dass sie nur noch einen sehr geringen Spielraum hätten. "Wir haben uns zuletzt schon sehr stark bewegt, indem wir eine Laufzeit über zwei Jahre akzeptiert haben", betonte Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke. Nach Angaben der Gewerkschaft hatte es in der Nacht zum Mittwoch bundesweit in 60 Betrieben Warnstreiks gegeben. Sowohl stundenweise als auch schichtweise hätten Drucker die Arbeit niedergelegt. "Wir wollen einen akzeptablen Abschluss, dies zeigt auch die deutliche Streikbereitschaft der Belegschaften", sagte Werneke. Dafür sei man notfalls auch bereit, die Gespräche scheitern zu lassen.

"Die Arbeitgeber haben nur noch einen ganz schmalen Korridor", sagte bvdm-Verhandlungsführer Wolfgang Pütz. Noch nie sei es der Druckindustrie in der Nachkriegszeit so schlecht gegangen wie momentan. Die Medienkrise und die Werbeflaute haben nach Verbandsangaben die Umsätze bei den Druckereien im ersten Quartal 2003 im Vergleich zum Vorjahr erneut um 4,4 % gedrückt. Bereits 2002 habe die Branche ein Minus von 5,2 % verkraften müssen. Daher solle die Zahl der Arbeitsplätze 2003 erneut reduziert werden, nach ersten Schätzungen um etwa 3 %.

Für die Papierverarbeitende Industrie waren vor kurzem Erhöhungen von 2,0 und 2,3 % für 24 Monate vereinbart worden. Der bvdm will sich in diesem Jahr aber erstmals davon abkoppeln.

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