Nur vereinzelte Gefechte
Nach Waffenstillstand Ruhe in den Autonomiegebieten

Israel und die Palästinenser halten sich offenbar an den vom palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat ausgerufenen Waffenstillstand: In der Nacht zum Mittwoch kam es nur zu vereinzelten Schießereien im Westjordanland und im Gazastreifen.

ap JERUSALEM. Die israelischen Streitkräfte erklärten, in allen Fällen hätten die Palästinenser das Feuer eröffnet. Die israelischen Medien berichteten über ein mögliches Treffen zwischen dem israelischen Außenminister Schimon Peres und Arafat bereits am Donnerstag.

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte warfen Palästinenser kurz vor Mitternacht Granaten auf einen israelischen Kontrollposten in der Nähe des Flüchtlingslagers Rafah. Die Palästinenser erklärten dagegen, es seien keine Granaten geworfen worden. Vielmehr hätten die Soldaten ohne Provokation mit Maschinengewehren auf das Lager gefeuert. Im Gazastreifen patrouillierte die palästinensische Polizei, um Angriffe auf Israelis zu verhindern. Palästinensische Sicherheitskräfte errichteten in der Nähe der jüdischen Siedlung Netzarim einen Kontrollpunkt und durchsuchten Autos von Palästinensern.

Pläne zur Entspannung des Konfliktes

Arafat bemühte sich am Dienstagabend um die Festigung der Waffenruhe. Er traf sich in Gaza mit Kommandeuren der Sicherheitskräfte, um Pläne zur Entspannung des Konfliktes zu erörtern. Anschließend unterrichtete er per Telefon die Sicherheitskräfte im Westjordanland, wie aus Kreisen der Autonomiebehörde verlautete. Er verließ Gaza später nach Angaben seines Büros, um die Staats- und Regierungschefs von Ägypten, Jordanien und möglicherweise auch Saudi-Arabien über die Bemühungen um eine Waffenruhe zu informieren.

Arafat hatte zuvor einen einseitigen Waffenstillstand verkündet, daraufhin ordnete der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben Elieser einen Stopp offensiver militärischer Aktionen gegen die Palästinenser an. Die Armee zog sich aus palästinensisch kontrollierten Gebieten zurück, auf die sie in den vergangenen Tagen vorgerückt war. Ein Vertreter des Außenministeriums, Gideon Meir, sagte, Soldaten sollten auf Angriffe von Palästinensern nur dann reagieren, wenn ihr Leben gefährdet sei.

Radikale Palästinenserorganisationen teilen Ablehnung der Waffenruhe mit

Indessen teilten am Mittwoch in Gaza die radikalislamischen Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad mit, dass sie die von Jassir Arafat verkündete Waffenruhe ablehnen.

Hintergrund der ausgerufenen Waffenruhe sind offenbar intensive diplomatische Bemühungen der USA. Washington befürchtet Schwierigkeiten bei der Bildung einer internationalen Allianz gegen den Terrorismus, die arabische Staaten einschließen soll, sollten die Kämpfe im Nahen Osten andauern.

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