Nur vier deutsche Brauereien in ausländischem Besitz
Traditionsbrauerei Beck & Co steht zum Verkauf

Die Bremer Traditionsbrauerei Beck & Co steht zum Verkauf. Die Marke sei zwar international sehr bekannt, aber es gäbe nur niedrige Marktanteile, so die Geschäftsführung.

ap BREMEN. Neuer Eigentümer wird aller Voraussicht nach einer der großen internationalen Bierkonzerne. Die 67 Gesellschafter hatten den Weg für die Veräußerung frei gemacht, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dieter Ammer, am Donnerstag mitteilte. Die 3.700 Mitarbeiter brauchen sich nach seinen Angaben keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze zu machen.

Hintergrund des Verkaufs der zurzeit profitablen Brauerei ist die fehlende Größe von Beck's im internationalen Vergleich. Ammer sagte, die Marke sei zwar international sehr bekannt, habe aber nur sehr niedrige Marktanteile. Das liege etwa an Schwierigkeiten im Vertrieb. Beck & Co sei ein im Weltmaßstab kleines Unternehmen. Profitabel seien aber letztlich nur die großen Häuser.

Marktanteilmangel soll kompensiert werden

Hätte Beck & Co expandieren wollen, hätte es Milliarden-Investitionen etwa in Werbung bedurft. Dazu hätten sich die Gesellschafter der Brauerei nicht entschließen können. "Das muss man verstehen", sagte Ammer. Nun suche man einen Partner, der mangelnde Finanz- und Distributionskraft sowie zu geringe Marktanteile kompensieren könne. Ein Verkauf an ein deutsches Unternehmen komme nicht in Frage.

Mit vier ausländischen Brauereien seien Vorgespräche geführt worden, erklärte Ammer. Das seien der größte Bierproduzenten der Welt, Anheuser-Busch aus den USA, die belgische Interbrew-Gruppe, die britische Scottish and Newcastle-Brauerei sowie das Unternehmen South African Breweries. Regelrechte Übernahmeverhandlungen gebe es aber noch nicht. Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" soll Anheuser-Busch die Bremer Brauerei 1,8 bis zwei Mrd. DM wert sein. Das Haus brauche dringend ein gutes Importbier für den US-Markt, wo die Stammmarke Budweiser zunehmend Marktanteile an ausländische Anbieter verliere.

Marke soll stark bleiben

Der Partner werde so ausgewählt, dass die Marke Beck's stark bleibe. Dass der Standort Bremen erhalten bleibt, liegt Ammer zufolge ebenfalls auf der Hand. Von jeher habe man damit geworben, dass Beck's ein in Bremen nach deutschem Reinheitsgebot gebrautes Bier sei. Stellenabbau stehe nicht zur Diskussion. 1.500 der 3.700 Beschäftigten arbeiten in Bremen.

Beck & Co. hat im Geschäftsjahr 1999/2000 ein Rekordergebnis hingelegt: Der Umsatz stieg um 3,7 % auf 1,66 Mrd. DM (850 Mill. Euro). Alleine die Marke Beck's legte 6,7 % zu. Die Hälfte der Beck's-Produktion geht in den Export.

Nur vier deutsche Brauereien in ausländischem Besitz

Der Betriebsrat des Unternehmens hat die Entscheidung zufrieden aufgenommen. Es sei "positiv, wenn wir von einer ausländischen Brauerei übernommen werden", sagte der stellvertretende Vorsitzende, Klaus Urbons.

Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) fürchtet trotz des geplanten Verkauf von Beck & Co. keinen Ausverkauf der deutschen Brauereien an ausländische Großunternehmen. Ein Sprecher des DBB sagte dem Saarländischen Rundfunk, bisher seien erst vier von 1.270 Brauerein in Deutschland in ausländischem Besitz. Das liege fast unter der 0,5 Promille-Grenze. Zudem werde ein auf dem Markt erfolgreich etabliertes Bier auch von einem neuen ausländischen Besitzer sicherlich nicht verändert.

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