Nur Visa spürt positive Auswirkungen
Die teuerste Eintrittskarte der Welt

Konzerne wie Samsung investieren dreistellige Millionenbeträge für Olympia - doch oft ohne Erfolg.

ATHEN. Die globale Bühne Olympia ist ein Schaulaufen für Aufsteiger von Weltrang. Samsung ist so einer. Der koreanische Elektronikkonzern gibt zusehends den Takt vor bei Speicher-Chips, Handys und Displays. Gemessen am Börsenwert, hat Samsung sogar seinen finnischen Erzrivalen Nokia überholt. Samsung ist offizieller Mobilfunkausrüster und einer von elf internationalen Top-Sponsoren, die das Weltfest des Sports als Image-Plattform nutzen wollen.

In Athen fahren blaue Samsung-Straßenbahnen, die Olympische Familie feiert Samsung-Rendezvous, dazu schaltet der Konzern jede Menge Fernsehwerbung: Selbst in Deutschland haben sich die Koreaner zu den nationalen Olympia-Partnern Obi und Payback als so genannte Presenter ins TV-Programm gedrängelt. Über die Höhe der Aufwendungen will Samsung offiziell nichts kommunizieren. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Elektronik-Riese für seine Werbekampagnen in diesem Jahr fast zwei Mrd. Euro locker machen wird - einen Großteil davon während der Spiele in Athen.

Sponsoring-Experten rätseln, ob das Geld gut angelegt ist. Immerhin ist die Historie der Olympia-Sponsoren ein Feld voller Niederlagen: "Bis auf Coca-Cola hat sich in der Vergangenheit kaum ein Olympiasponsor in der breiten Öffentlichkeit durchsetzen können", sagt Hartmut Zastrow, Geschäftsführer des Kölner Marktforschungsinstituts Sport + Markt. Er glaubt, dass nicht einmal die Hälfte jener Konzerne, die alle vier Jahre Preisaufschläge für ihre Mitgliedschaft im Sponsoren-Pool in Kauf nehmen, im Sinne ihrer Aktionäre handeln. Soll heißen: Die Investitionen in die fünf Ringe werden sich am Ende nicht rechnen. Die Großsponsoren indes verweisen auf Imagegewinne, die in Zahlen schwer messbar seien. Neben Samsung und Coca-Cola gehören diesmal McDonald's, Kodak, Xerox, Visa, Panasonic, Swatch, Sports Illustrated und Schlumberger zum erlauchten Kreis der Top-Partner. Allein für ihre Eintrittskarte nach Athen mussten diese Firmen rund 50 Mill. Euro an das IOC überweisen - eine Preiserhöhung von rund 20 Prozent im Vergleich zu Olympia 2000.

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