Nur wenige Banken können globale Aktienhändler sein
Studie: Aktienhandel ist Wachstumsbranche

Der Aktienhandel bleibt trotz der aktuellen Börsenflaute eine Wachstumsbranche. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Beratungsfirma McKinsey und der Investmentbank JP Morgan.

pot FRANKFURT/M. Danach könnte das Handelsvolumen in den vier größten europäischen Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien in 2005 um 36 bis 90 % höher liegen als im vergangenen Jahr.

Nach Ansicht der Autoren waren 2000 und 2001 außergewöhnliche Jahre im Aktiengeschäft. 2000 war für Banken und Börsen der vier Länder mit einem Gewinn von zusammen 6,6 Mrd. extrem profitabel. Im vergangenen Jahr halbierten sich dann aber die Erträge auf 3,2 Mrd. - eine Folge des dramatischen Kurseinbruchs an den Finanzmärkten. Insbesondere Kleinanleger kehrten den Börsen den Rücken - sie verminderten ihre Aktiengeschäfte um 37 %. Dagegen schrumpfte der Handel der Profi-Investoren nur um 9 %, was die Autoren auf den Erfolgsdruck zurückführen, unter dem die Manager von Fonds und Pensionskassen stehen.

Für die Zukunft sei aber wieder mit einem Anstieg wohl bei den Privaten als auch bei den Profis zu rechnen. Der Anteil der Kleinanlegern am gesamten Aktienhandel ist in den einzelnen Ländern recht unterschiedlich. Während in Deutschland und Italien die Privaten immerhin 30 bzw. 38 % zum Umsatz beisteuern, liegt ihr Anteil in Großbritannien und Frankreich nur etwa halb so hoch. In den USA dagegen gehen 62 % des Aktiengeschäfts auf das Konto der Privatanleger - hier spiegelt sich die extreme Bedeutung der Aktie bei der Altersvorsorge wider. Allerdings sind die Margen der Banken in Europa um ein Drittel höher als in den USA.

Den Banken prophezeit die Studie größere Veränderungen. Weniger als 20 Großbanken könnten sich weltweit als globale Aktienhändler für institutionelle Anleger im Stil von Morgan Stanley oder Deutsche Bank behaupten. Die meisten europäischen Banken müssten sich dagegen auf Nischen spezialisieren - etwa den Handel mit Aktien eines Landes oder einer Branche.

Den Online-Brokern empfehlen die Autoren vor allem, ihre Produktpalette neben dem reinen Aktienhandel um weitere Angebote wie etwa Fonds zu erweitern. Online-Broker mit europäischen Ambitionen müssten ihre Expansionspläne überdenken. Denn um erfolgreich zu sein, müssten sie in jedem Land mindestens 1 Mill. Transaktionen pro Jahr verbuchen - davon sind die meisten europäischen Direct-Broker im Ausland noch sehr weit entfernt.

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