Nur wenige Firmen in den Top-500
Konzerne aus Osteuropa haben es schwer

Mit dem Vorstoß nach Westen hat PKN Orlen einen Sprung nach vorn gemacht. Der polnische Mineralölkonzern rangiert in der Liste der größten Unternehmen Europas 55 Plätze besser als ein Jahr zuvor - auf Rang 303.

DÜSSELDORF. Das ist die zweitbeste Platzierung eines Unternehmens aus den neuen Staaten der Europäischen Union (EU). Im vergangenen Jahr hatte Orlen 496 Tankstellen in Deutschland von Aral/BP übernommen und sich so einen Marktanteil von drei Prozent gesichert. In fünf Jahren sollen es zehn Prozent sein.

Deutschland ist für Ost-Unternehmen der mit Abstand wichtigste Markt in der EU. Großkonzerne aus den neuen EU-Staaten, die sich im Westen durchsetzen, sind aber Ausnahmen. "Ich sehe keine rein osteuropäischen Firmen aus dem Kreis der EU-Staaten, die im Westen zu Champions aufsteigen", sagt Andreas Schäfer von der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (IHK) in Prag, "vielen fehlt es an Kapital, Managementwissen und Markenstärke". Unter den Top-500-Unternehmen Europas stammen nur vier aus den neuen EU-Staaten.

Zu den im Westen Erfolgreichen gehört der ungarische Pharmakonzern Gedeon Richter - unter die Top-500 hat er es aber nicht geschafft. Die wie Orlen börsennotierte Gesellschaft ist der weltweit fünftgrößte Hersteller von Verhütungspillen und verkauft in Westeuropa vor allem Nachahmermedikamente. "Im Generikabereich haben Ost-Unternehmen große Chancen", sagt Alexandra Richter, Fondsmanagerin beim Deutschen Investment Trust. Westeuropa entwickle sich zu einen Generikamarkt, in dem Ost-Firmen von ihren Kostenvorteilen profitieren. In den vergangenen Jahrzehnten durften sie Medikamente aus dem Westen kopieren, wenn sie einen eigenen Produktionsweg gefunden hatten. Die damals gemachten Erfahrungen zahlen sich heute aus.

"Auch die Mittelständler aus den Bereichen Haushaltswaren, Lebensmittel und Handwerk sind es, die in den alten EU-Ländern zunehmend Nischen finden", sagt Schäfer von der IHK in Prag. So liefert der slowenische Haushaltswarenproduzent Gorenje jährlich fast eine Million Herde, Kühlschränke und Waschmaschinen allein nach Deutschland. Das Versandhaus Quelle verkauft die Gorenje-Kühlschränke unter der Marke Privileg.

Bei Aldi liegt Konservenkost der ungarischen Globus Konzervipari in den Regalen. Und der tschechische Fertighausbauer RD Rymarov hat 2003 knapp 200 seiner in der Heimat produzierten Fertighäuser in Deutschland aufgestellt.

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