Nur zehn Teams in neuer Saison
Arrows-Flitzer bleiben in der Box

Nach 14 Jahren im Formel-1-Zirkus gehen bei Arrows die Lichter aus. Der Internationale Automobil-Verband (FIA) erteilte dem finanzschwachen britischen Rennstall am Montag keine Starterlaubnis für das neue Jahr.

HB/dpa HAMBURG. Der Ex-Rennstall von Heinz-Harald Frentzen fehlte auf der traditionsgemäß Anfang Dezember veröffentlichten Meldeliste für die neue Saison. Gründe für die nicht ganz überraschende Lizenzverweigerung wollte der Verband jedoch nicht nennen. Sie seien Arrows mitgeteilt worden, hieß es nur. Somit kämpfen im Jahr 2003 nur noch zehn Teams mit 20 Piloten um WM-Punkte. 2002 hatten noch zwölf Mannschaften zu Saisonbeginn Vollgas gegeben.

Ferrari-Pilot Michael Schumacher darf auch im kommenden Jahr als Titelverteidiger mit der Startnummer "1" in die Rennen gehen. Sein Teamkollege Rubens Barrichello erhielt die "2". Ralf Schumachers BMW - Williams trägt die "4". Die Mönchengladbacher Sauber-Fahrer Nick Heidfeld und Frentzen starten mit den Nummern "9" und "10".

Arrows ist das zweite Team, das innerhalb eines Jahres seine Garagen dichtmachen muss. Vor der abgelaufenen Saison war bereits der französische Rennstall des viermaligen Weltmeisters Alain Prost Pleite gegangen. Für Insider kam die FIA-Entscheidung in Sachen Arrows nicht ganz überraschend. Verbands-Präsident Max Mosley hatte vor wenigen Tagen in einem TV-Interview orakelt: "Es wäre schön, wenn wir 22 Autos beim Saisonstart im März in Australien haben, wahrscheinlicher sind 20."

Teamchef Tom Walkinshaw hatte seit Monaten um den Verbleib seines mit geschätzten 100 Millionen Euro verschuldeten Rennstalls in der Formel 1 gekämpft. Die scheinbare Rettung nahte im Oktober von der Weser. Die "German Grand Prix Racing GmbH" mit Sitz in Bremen-Wehye kündigte die Übernahme der Mehrheit an dem Rennstall mit Hilfe arabischer Investoren an. Wer diese Investoren sind, ist bis jetzt nicht bekannt.

Immerhin meldete sich Arrows nach eigenen Angaben fristgerecht bei der FIA zur neuen Saison an und zahlte die Einschreibegebühr von 300 000 Euro. Der Geschäftsführer der "German Grand Prix Racing GmbH", Oliver Behring, war sich zu "99,5 Prozent" sicher, dass Arrows auch im nächsten Jahr starten würde. Am Montag wollte er sich nicht zu der Hiobsbotschaft äußern: "Kein Kommentar", sagte der 37-Jährige.

Die von Arrows gelieferten Sicherheiten reichten der FIA scheinbar nicht aus. Das Team konnte weder Sponsoren noch einen Motorenlieferanten nachweisen. Zudem hatten viele Mitarbeiter Arrows bereits verlassen. Die FIA befürchtete, dass sich Vorfälle wie in der abgelaufenen Saison wiederholen, als Arrows zu den letzten fünf WM- Läufen nicht mehr antrat. Der Rennstall geht mit einem traurigen Rekord in die Formel-1-Geschichte ein: In 382 Rennen konnte keiner der "Pfeile" (Arrows) einen Sieg landen.

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