Nur zwei Gegenstimmen
PDS-Spitze billigt Entschuldigung für Zwangsvereinigung zur SED

Der PDS-Vorstand hat der Parteivorsitzenden Gabi Zimmer und ihrer Stellvertreterin Petra Pau in der Diskussion um deren Entschuldigung für die Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED den Rücken gestärkt.

dpa BERLIN. Die Vereinigung der beiden Parteien vor 55 Jahren sei zwar historisch legitim gewesen und bedürfe "als solche keiner Entschuldigung", heißt es in einer am Sonntag in Berlin veröffentlichten Erklärung.

Jedoch müsse die Art und Weise der Vereinigung beider Parteien und vor allem die spätere Unterdrückung "des sozialdemokratischen Elements» und kritischer Kommunisten "Gegenstand unserer "historischen Kritik sein". Der Beschluss wurde mit 15 gegen zwei Stimmen bei einer Enthaltung gefasst.

Zimmer und Pau hatten sich am 18. April überraschend für die Zwangsvereinigung entschuldigt und damit eine parteiinterne Kontroverse ausgelöst. Der Vorstand nahm die beiden am Sonntag gegen Vorwürfe in Schutz, Entschuldigungen seien "Demutsgesten". Sie seien vielmehr "ein Ausdruck von kritischem Selbstbewusstsein", heißt es in der zweiseitigen Erklärung.

Bei der Zwangsvereinigung sei auch zu Betrug, Repression, Verfolgung und politischer Gewalt gegriffen worden. In der SED seien frühzeitig Strukturen entstanden, "die nicht nur das Scheitern der Einheitspartei, sondern auch das Scheitern der DDR mitverursacht haben". Der PDS-Vorstand nennt auch Spekulationen "abwegig", die Differenzen zur SPD sollten bis hin zu einer späteren Vereinigung "verwischt" werden.

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