Nutzerzahlen steigen langsam aber stetig
Bei i-mode hofft E-Plus auf Spurt am Jahresende

Im Gegensatz zu Japan, wo es geradezu einen Boom auslöste, stoße das als Vorläufer von UMTS geltende mobile Portal hier zu Lande eher auf Skepsis, sagte der CEO des kundenmäßig drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieters, Uwe Bergheim, am Dienstag. Er zeigte sich aber zufrieden mit dem bisherigen Stand. Nach dem Start auf der CeBIT Mitte März gebe es 34 000 i-mode-Kunden

vwd DÜSSELDORF. Bergheim glaubt zwar nicht, dass sich in Deutschland jemals japanische Verhältnisse einstellen werden, jedoch geht er von einer langsamen, aber stetigen Aufwärtsentwickung aus. Ende des Jahres hoffe die in Düsseldorf ansässige E-Plus Mobilfunk GmbH auf 400 000 bis 600 000 Nutzer. "Nach den Enttäuschungen über WAP stehen die deutschen Konsumenten neuen Technologien erst einmal skeptisch gegenüber" beschreibt der CEO die Ausgangssituation. In Japan habe es NTT Docomo, die "Mutter" von i-mode, mit einer "ganz anderen Population" zu tun gehabt.

Seine Zuversicht gründet Bergheim auf die Befragung der bestehenden Kunden. Deren Zufriedenheit sei "sehr hoch", kommentierte er das Ergebnis einer Studie. Stolz ist er auch auf den Anteil von Neukunden: Immerhin 30 % aller Nutzer hätten sich in den vergangenen Wochen offensichtlich ausschließlich auf Grund des neuen Mobildienstes für E-Plus entschieden. Zu Fragen nach den bisher mit i-mode erzielten Umsätzen und nach der Rentabilität des Dienstes sagte Bergmann in einer Telefonkonferenz, Zahlen seien noch nicht ausgewertet, erst nach dem Abschluss des zweiten Quartals könne er zur wirtschaftlichen Seite des neuen Dienstes Genaues sagen.

Eine aufwändige Werbekampagne, deren Budget im "zweistelligen Millionen-Bereich" liegt, dürfte das Ergebnis des mobilen Portals in den ersten Wochen nach dem Start stark belastet haben. In einem ersten Schritt sei es darauf angekommen, auf das Produkt aufmerksam zu machen, erläuterte Bergheim die Kommunikationsstrategie. Nun stehe die Produktinformation im Vordergrund. Neben den eher "spielerischen" Anwendungen wie der Übertragung von Bildern und Klingeltönen seien die Nutzer primär an praktischen Diensten wie Routenplanern und Nachrichten interessiert, kommentierte der Vorstandsvorsitzende erste Marktforschungsergebnisse.

Jedoch sind Interessenten offensichtlich nicht bereit, beliebige Summen für den Einstieg in die mobile Multimediawelt zu zahlen. E-Plus reagiert auf die Sensibilität der Klientel mit einer Verringerung des Preises für i-mode-fähige Handsets. Bis dato war nur ein einziges Gerät von NEC für 249 Euro bei gleichzeitigem Abschluss eines Vertrages im Angebot. In Kürze solle es nun ein von Toshiba hergestelltes Modell für 99 Euro bis 129 Euro geben, kündigte Bergmann an. Und diese Investition werde sich für den Kunden lohnen. Denn die Anzahl der Content-Provider sei im Wachsen begriffen.

Innerhalb von nur acht Wochen ist die Anzahl der Angebote nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden auf 90 gestiegen. Darunter seien bekannte Namen wie ADAC, Postbank und Aral. Auch das "Handelsblatt" könnten die Nutzer in Kürze via i-mode online lesen, versprach Bergheim. In den kommenden Wochen solle die Anzahl der Content-Provider die 100-er-Marke überschreiten.

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