Nutzfahrzeuggeschäft profitiert von Auslandsnachfrage
Laster von VW fahren Rekordgewinn ein

Die Nutzfahrzeuge haben sich im VW-Konzern vom Krisengebiet zu einem der ertragsstärksten Bereiche gemausert. Die Sparte hat für 2000 Rekorde bei Umsatz und Gewinn abgeliefert, das neue Jahr allerdings gebremst begonnen: Wichtige Märkte schwächeln, Modelle kommen in die Jahre.

stw HANNOVER. Die Nutzfahrzeuge fahren in der Volkswagen AG, Wolfsburg, weiter auf strikt getrennten Spuren. Bernd Wiedemann, Sprecher des Markenvorstands VW Nutzfahrzeuge (VWN), schwieg standhaft, als er am Dienstag nach der Zusammenarbeit mit der schwedischen Lkw-Beteiligung Scania gefragt wurde. Auch wenn VW dort größter Aktionär ist, sei Scania selbstständig.



So bleibt die von Hannover aus geführte Konzernmarke VWN ein Spezialist für leichte Nutzfahrzeuge. An den Stärken und Schwächen hat sich durch den Scania-Einstieg nichts geändert. Eine hocheffiziente Produktion und gute Geschäfte mit margenstarken Personentransportern ermöglichen Jahr um Jahr Rekordgewinne. Sie genügen allerdings nicht, um die angejahrte Modellpalette zügig zu erneuern und auszubauen.



Im vergangenen Jahr fuhr VWN mit 514 Mill. DM (plus 15,5 %) vor Steuern erneut einen Rekordgewinn ein. Der Umsatz stieg um 9,4 % auf 9,8 Mrd. DM. Wiedemann hob hervor, dass der Cash-flow um zwei Drittel auf 759 Mill. DM gestiegen sei. Gleichzeitig wurden die Investitionen um ein Fünftel auf 505 Mill. DM hochgefahren. Hier schlagen sich die Einführung der nächsten Transportergeneration im Herbst 2002 und die Entwicklung des Geländewagens "Colorado" nieder.



Schwacher Start ins Jahr 2001



Das Wachstum verdankt VWN den Auslandsaufträgen. In Deutschland schrumpfte nicht nur der Markt, VWN traf es wegen Lücken am unteren Ende der Palette noch härter. Bei einem Absatzrückgang von 8 % auf 87 400 Autos sank der Marktanteil von 27,2 % auf 26,1 %. Während der Transporter auch nach elf Jahren im Markt noch Anteile gewinnt und in seinem Segment 50 % erreicht, hat der kleine "Caddy" einen schweren Stand gegen die Konkurrenz von Renault und Citroen. Sie haben auch als kleine Familienautos Erfolg, der "Caddy" ist nur als Lieferwagen gefragt.



Ausgleich brachten die anderen Märkte in Westeuropa ebenso wie die Erholung in Brasilien und der Aufschwung in der Türkei mit einer Verdoppelung auf 20 000 verkaufte Autos. Insgesamt verkaufte der Konzern weltweit 374 000 (plus 3,8 %) Nutz- und Freizeitfahrzeuge. Davon werden der Marke VWN 307 000 (plus 3,4 %) Autos zugerechnet. Diese Zahl wird allerdings durch konzerninterne Verrechnungen und Produktionsverbünde aufgebläht. Die Produktion in den drei VWN-Standorten in Deutschland, Brasilien und Polen stieg um 6 % auf 266 000 Fahrzeuge.



Mit Prognosen für das laufende Jahr hielten sich Wiedemann und Vertriebsvorstand Daniel Coppens zurück. Der Start war schwächer als erwartet: In den ersten zwei Monaten lagen die Verkäufe um 3 % niedriger als Anfang 2000. Coppens erklärte das mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Türkei. In Deutschland sei der Markt um weitere 9 % geschrumpft, sagte Coppens, VWN sei mit einem Minus von 5 % noch vergleichsweise gut weggekommen. Brasilien dagegen liefert erneut 20 % Wachstum.



Von einem weiteren Wachstumsmarkt will Wiedemann vorerst offenbar die Finger lassen. In China, wo VW schon lange Personenwagen produziert, werde man zwar eines Tages präsent sein, aber nicht kurzfristig. Mit den aus der Pkw-Produktion vorhandenen Partnern dort werde bisher lediglich vage gesprochen. Wiedemann sieht in China vorerst wenig Bedarf für Autos aus der VWN-Palette.

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